Die Erde braucht uns!

Wir verstehen uns als ein Projekt, indem es darum geht, den einen Klienten, den wir haben, vielleicht besser gesagt, die eine Klientin, nämlich die Erde, in Richtung Heilung zu begleiten. Es mutet sicherlich ein bisschen größenwahnsinnig an, wenn wir die Erde zur Klientin machen und anstreben sie zu heilen. Doch wenn wir sehen, dass alles aufs Engste miteinander verbunden ist und wir Teile dieser Erde sind, könnte man vielleicht sogar sagen: „wir sind die Erde.“

(Schauen wir doch einmal auf die Darmbakterien in unserem Körper, … sind sie Einzelwesen oder sind sie nicht eigentlich Teil unseres Körpers? Symbionten, die ohne uns nicht leben könnten und wir nicht ohne sie.)

Ich glaube zunehmend mehr, dass Liebe uns zusammenhält. Sie ist die verbindende Kraft aller Wesen im Universum. Keine Kraft ist größer, bringt mehr Entwicklung, kann uns dem tiefen Sein näher bringen. Liebe ist der Kitt des Lebens.

Oneclient.love drückt dieses schon perfekt aus.

Mal ganz davon abgesehen, ob diese Beschreibung in jedem Detail richtig ist, ob wir wirklich verstehen, was wir hier sagen. – Was wir aber schon jetzt sehr klar sehen können ist folgendes:

Wir brauchen eine Veränderung in unserer Welt; wir brauchen Liebe, Verständnis, Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, Freude, Freunde, den Mut die Dinge anzugehen, die Veränderung anzugehen. Wir brauchen es, die Veränderung zu sein. Denn sonst sind wir verloren. So wie sich die Welt im Moment weiter entwickelt, … so haben wir keine Zukunft.

Tatsächlich versuchen viele, vorsichtig ausgedrückt, konservative Strömungen auf der ganzen Welt, die Zeit zurück zu drehen. Die Globalisierung soll wieder durch den Nationalismus ersetzt werden. Vernetzungen und Vergemeinschaftungen sollen zurück geführt werden in nationale Strukturen. Manche glauben, man könnte mit einer rein ego- oder ethnozentrischen Sicht im Gesamtsystem besser fahren.

Ängste und alte Verletzungen, sehr wahrscheinlich Traumata, kollektive Traumata, melden sich und beanspruchen ihr Recht auf Heilung. Man meint, man könne die Zeit zurück drehen, sich den alten egozentrischen Werten anvertrauen, die vormals einmal sinnvoll waren. Doch heute sind wir in der Lage, jeden Zentimeter der Erde bei Google Earth zu sehen. Wir sind vernetzt. Wir sind global. Wir bekommen heute innerhalb von ein paar Minuten Informationen darüber, was im Kongo für Gräuel geschehen. 770000 Kinder verhungern dort gerade. Oder wir erfahren, dass im letzten Jahr über eine halbe Milliarde Bäume am Amazonas gefällt wurden, oder dass zurzeit in Sibirien ein Waldbrand von der Größe Griechenlands wütet und niemand etwas dagegen tut.

Wie gehen wir mit den Informationen um, die wir ständig über das Internet, TV, Radio erfahren? Wie können wir damit umgehen? Ist es für unser Nervensystem überhaupt aushaltbar, diese ganze Informationsflut zu verarbeiten? Ist aushalten schon gleich verarbeiten? Wir haben viele Fragen. Fragen, die uns im Hintergrund oder schon vordergründig betreffen, Fragen, die Antworten suchen.

Wie kann die Entwicklung der Welt, unserer Welt weitergehen? Wie können wir überleben auf diesem immer noch so wunderschönen Planeten, wenn wir so weiter machen wie in den letzten 70 Jahren? Wir können jetzt nicht mehr so weitermachen. Das überleben wir auf vielfacher Ebene nicht. Namhafte seriöse Wissenschaftler behaupten, dass in ca. 100 Jahren die Erde 5 – 7 mal untergehen wird. Vielleicht nicht die Erde, jedoch die Natur und die Bevölkerung darauf.

Vielleicht kennen Sie den Witz:

Treffen sich zwei Planeten im Weltraum. Sagt der eine: Wie geht´s? Sagt der andere: „Schlecht!“

Fragt der erste: „Wieso?“ Sagt der zweite: Ich habe Menschen!“ Sagt der erste wieder: „Ach, … das hatte ich auch schon mal, … das geht vorüber!“

Wenn wir mit der Klimaerwärmung so weitermachen, werden wir die Erde, so wie wir sie jetzt kennen, vernichten. Die Kriegsgefahr wird uns ein zweites Mal vernichten. Die Trinkwassernot wird ihres dazu tun. Die Abholzung der Wälder führt dazu, dass unser Sauerstoff knapp wird, ganz zu schweigen von den gleichzeitigen klimatischen Veränderungen, die dadurch ausgelöst werden (bevor die Wälder das Co2 gebunden haben, gab es auf der Erde Stürmen mit über 400 km/h). Wenn die Temperatur weiter ansteigt, wird der sibirische Permafrost auftauen und die darin gebundenen Methangase freigesetzt und die Temperatur mehr erhöhen, als es das Co2 kann. Das gilt auch für die Erhöhung der Temperaturen im Meer. Die Überbevölkerung führt zum nächsten Kollaps, usw..

Nun, hoffen wir einmal, dass wir in der Lage sind, eine echte relevante Anhebung unseren kollektiven Bewusstseins zu erfahren. Denn genau das ist unseres Erachtens zurzeit notwendig. Und es gibt sehr viel Grund zur Hoffnung. Unglaublich viele Gemeinschaften sind sich entgegen der Mainstreampolitik dieser Probleme schon längst bewusst und arbeiten mit Hochdruck an Lösungen.

Doch worin liegen die positiven Veränderungen? – Wir können nicht mit dem gleichen Grad an Bewusstsein die Probleme lösen, die genau dadurch entstanden sind. Wir brauchen eine weitere, höhere Weltsicht. Wir brauchen eine Erweiterung unserer Perspektiven. „Probleme werden nicht durch das gleiche Denken gelöst, durch das sie entstanden sind“, sagte schon vor einigen Jahrzehnten einer unserer größten und am meisten anerkannten Denker, der Physiker Albert Einstein.

Doch wie gedenken wir diese Entwicklung einzuleiten? Was ist nötig in einer Welt, die aus Angst und Gier total eng geworden ist? Was ist eigentlich Gier? Im Buddhismus spricht man von Anhaftung und Gier, davon die Gier zu überwinden.

Aus unserer Sicht ist Gier eine Funktion der Angst. Gier kommt immer dann zum Einsatz wenn wir Mangel fühlen. Wenn wir uns einmal die Menschen z. B. im Kongo anschauen, dann spüren wir die Not. Die Kinder verhungern. Das Überleben ist massiv bedroht, auch durch den Bürgerkrieg.

So lange wir auf diese Gruppe von Menschen schauen, sie aus der Ferne anschauen, sie nicht fühlen, die Nachrichten nur beim Abendessen im Fernseher angucken, von außen, und dann wieder der nächste Nachrichtenteil angeboten wird, haben wir nicht begriffen was dort los ist. Wir halten uns fern von dem wirklichen Fühlen des Elends, dem Gestank des Todes, der Not der Einzelnen, jedes Einzelnen, des Grauens.

Wie könnten wir es auch wirklich in uns herein lassen? Es ist ja auch nicht auszuhalten!?

Doch es ist ganz sicher und ganz klar eine Tatsache: Das ist etwas, was jetzt geschieht, etwa 9300 km südlich von uns. Und nicht nur da. An vielen Orten auf der Welt geschieht Unrecht, Vertreibung, Krieg, Not, Vergewaltigung und vieles mehr, Dinge und Ereignisse, die wir uns gar nicht vorzustellen wagen, weil sie so furchtbar und unaushaltbar wären.

Wenn wir in den letzten Monaten nach Israel schauen, erkennen wir ein riesiges Ausmaß an Hilflosigkeit und daraus erwachsender Gewalt und Gräuel. Interessanterweise können wir bei diesen Menschen den Mangel unmittelbar sehen und spüren. Doch nicht nur die vom Hunger und sonstigen Katastrophen bedrohten Menschen leben im Mangel.

Wie geht es Ihnen? Wie geht es Dir? Wie geht es uns? Wie geht es mir? Bin ich frei von Mangel? Habe ich genug zu essen? Habe ich ein Dach über dem Kopf? Wie ist es mit frischem Trinkwasser, mit medizinischer Versorgung? …

Wow …,, ich bin wirklich gut versorgt! – Und was ist mit Mangel? Wie bin ich im Mangel? Wie sind Sie im Mangel? Nicht…? – Super!

Unser Überleben ist gesichert, zumindest wenn man oberflächlich auf uns und unsere Umgebung schaut. Doch was ist mit dem subjektiven inneren Gefühl von Versorgtsein, von Wohlstand, von Liebe, von körperlicher Nähe und Berührung, von Zugehörigkeit, von Freude? Die allermeisten Menschen in unserer Region würden sicherlich sagen: „Tja, jetzt geht es mir gut! Aber wie es weiter geht weiß niemand! Ich habe bereits Angst vor dem Mangel in der Zukunft!“

Was wir also sehr oft sehen können, ist, dass wir im Hier und Jetzt in Sicherheit sind, genügend von dem haben, was wir zum Leben brauchen. Die Angst richtet sich sehr oft in die Zukunft. Denn wir wissen ja nicht, was gleich, morgen oder in 10 Jahren sein wird. – Das stimmt! Das können wir nicht wissen. Doch wie gehen wir damit um?

Wir glauben, wie brauchen mehr! Wir werden gierig! Wir wollen die Zukunft sichern, gerne auch auf Kosten der Umgebung. Wir schließen Versicherungen ab. Vermutlich haben die Menschen, die die Zukunft am besten gesichert haben, die meisten Versicherungen. Ist das nicht interessant? Fühlen wir uns damit tatsächlich sicherer, besser versorgt? Löst sich damit der Mangel auf? Was sagen wir damit über uns selbst aus? Was ist Mangel überhaupt?

Hat der was mit der Realität zu tun? Im oben beschriebenen Kongo ganz offensichtlich, doch wie ist es bei uns?

Wie wäre es, wenn wir den Mangel einmal so betrachten?

In der Selbsterfahrung und in den psychotherapeutischen Praxen machen wir folgende Erfahrungen: ein Mensch kommt in die Praxis und ihm geht es schlecht. Er hat Schwierigkeiten in seiner Beziehung. Die Arbeit macht keinen Spaß mehr oder er hat keine Arbeit, vielleicht leidet er an Burn out. Wie gehen wir als tiefenpsychologisch orientierte Therapeuten damit um? Wir werden gemeinsam schauen wie der Raum, in dem wir gerade sind, für diese Person sicherer werden kann. Was braucht der Mensch dazu? Wir finden Möglichkeiten dafür und dann … ? Auf einmal entsteht Fühlen, Spüren, sich selbst tiefer Wahrnehmen. Vielleicht nimmt dieser Mensch seine Trauer wahr. Vielleicht ist es aber auch Angst oder Wut, sehr oft Scham. Und wenn wir einen Raum geschaffen haben, der es erlaubt, diese Gefühle wirklich zu fühlen, ohne ihnen weiterhin ausweichen zu müssen, dann geschieht ein kleines Wunder: Es löst sich augenblicklich jede Spannung, jeder Mangel, jedes rastlose Denken auf und gleichzeitig entsteht ein Gefühl von deutlich gesteigerter Verbundenheit und Entspannung.

Erst wenn dieses geschehen ist, macht es Sinn sich auf Lösungsstrategien zu konzentrieren. Wenn wir Lösungen nutzen wollen, um das Gefühl nicht fühlen zu müssen, funktioniert es nicht nachhaltig. Das können wir als DIE KRANKHEIT in der Welt bezeichnen. Die größte Krankheit ist das Nichtzulassen von dem was schon längst da ist, den derzeitigen Gefühlen. Wenn wieder Raum, Zeit und eine sichere Beziehung angeboten wird, kann das Nichtfühlen dem Fühlen weichen und damit ergibt sich der Urgrund für den nächsten Schritt.

Das ist zwar jetzt kurz zusammen gefasst, doch es beschreibt einen psychotherapeutischen Prozess sehr treffend. Man kann das in jeder etwas tiefer gehenden Therapie erleben.

Das scheint doch wunderbar zu sein.

Sollte also die reduzierte Fähigkeit zu fühlen die Ursache für das real empfundene Empfinden von Mangel sein?

Entsteht also subjektiv eine größere Sicherheit und Zuversicht in uns, wenn wir wieder lernen, unsere Gefühle wirklich zuzulassen?

Die Hypothese:

Der Mangel ist zuerst einmal eine Reduzierung unserer Selbstwahrnehmung. So lange wir nicht in der Lage sind, uns selbst und unsere Gefühle vollkommen wahrzunehmen, werden wir Mangel erleben.

Wenn wir jetzt einmal die Hypothese aufstellen, dass das, was wir im Individuum erleben auch kollektiv wirkt, dann hätten wir zumindest schon einmal einen Ansatz, den man weiter erforschen könnte. Wenn wir unser Kollektiv, also unsere Bevölkerung in Deutschland anschauen, können wir ohne weiteres erkennen, dass es viele Menschen gibt, die sich nicht die Zeit nehmen, sich selbst in umfänglichen Maße wahrzunehmen. Wir sind ständig beschäftigt, … damit beschäftigt, möglichst keine Zeit zu haben!

Das ist eine interessante Formulierung! Wir sind damit beschäftigt keine Zeit zu haben!

Damit drehen wir mal die Beschreibung um! Sonst denken wir ja allermeistens, dass wir zu beschäftigt sind und uns eigentlich mehr Zeit wünschen. Doch das scheint mir nicht ganz richtig zu sein. Das bereits erlebte Ergebnis, nämlich wenig oder keine Zeit zu haben, ist bereits das (vielleicht zuerst einmal unbewusste,) angestrebte Ziel. Wie wollen gar keine Zeit für uns selbst haben.

Vielleicht fangen Sie jetzt an mit mir zu streiten oder es gibt jetzt einen inneren Streit. Auf jeden Fall wollen wir mehr Zeit für uns haben. Dafür tun wir doch so viel. Wir arbeiten jetzt schon extra mehr, damit wir in der Zukunft mehr Zeit für uns haben. Wir arbeiten doch schon daran.

Und funktioniert das? Haben wir dann in der Zukunft mehr Zeit? – Ja, dann haben wir Urlaub und dann haben wir mehr Zeit. – Okay …,  und wie nutzen wir diese Zeit? Wir machen Dinge, gehen in Museen, erleben Abenteuer, lesen und haben endlich mal die Zeit einen Film zu schauen. Haben wir damit dann die Zeit, uns selbst zu fühlen? Erfahren wir dadurch wie es uns innerlich geht? Oder verändern wir nur unseren Modus daran zu arbeiten, dass wir keine Zeit haben?

Was hat das alles jetzt mit dem einen Klienten zu tun?

Was wir hier erleben können ist unseres Erachtens die eigentliche Krankheit unseres Planeten. Wie nehmen uns keine Zeit mehr zu fühlen. Wir fühlen uns selbst nicht in dem Maße, das es bräuchte, um in einen inneren ausgeglichenen Zustand zu kommen, der dann zu einer sehr viel freieren Kreativität für wirklich neue Lösungen führen würde. Und das gilt natürlich vor allem für uns Menschen, die in einem ungeheuren Wohlstand leben. Wir sind wirklich mit dem, was wir zum Leben brauchen, versorgt. Das gilt natürlich nicht für viele, viele andere Menschen in ärmeren Regionen der Welt.

Wenn wir ausgeglichen wären, das heißt unsere Emotionen und Gefühle uns wieder zu eigen gemacht hätten, wären wir gleichzeitig in der Lage zu fühlen und zu sehen, was wir in der Welt am dringendsten brauchen. Außerdem wären wir nicht mehr im Mangel, wie wir bereits oben erkannt haben.

Jedes erstarrte, nicht gefühlte Gefühl führt zu Trennung. Wir trennen uns von uns selbst, von unseren Mitmenschen, erleben Mangel an Nähe und Mitgefühl für uns selbst und sind gleichzeitig nicht in der Lage, anderen Wesen erwachsenes Mitgefühl entgegen zu bringen. Mitgefühl ist nicht gleich Mitleid. Es geht nicht darum, mit anderen mit zu leiden. Sondern es geht darum, erwachsen mit-zu-fühlen, sich ernst zu nehmen, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Es geht darum, berührbar zu sein, ohne gleich zusammen zu brechen.

Was wir hier beschreiben ist kein Pappenstiel.

Darin liegt ein hoher Anspruch. Doch gleichzeitig hilft ein niedrigerer Anspruch uns in dieser Welt nicht weiter. Wir brauchen einen Bewusstseinswandel und der geht damit einher, sich selbst und die Welt zu fühlen, uns zu verbinden.

Wenn wir einmal davon ausgehen, dass das, was wir als Individuum erleben in gleichen oder ähnlichem Maße ebenso im Kollektiv wirkt, wofür inzwischen eine Menge Anzeichen sprechen, dann brauchen wir als Menschheit auch die Fähigkeit die alten Verletzungen, woraus die kollektiven Traumata entstanden, wieder den Gefühlen zuzuführen.

Trauma wirkt individuell und ebenfalls auch kollektiv. Es gibt inzwischen eine gut gestützte Hypothese, dass vieles, was wir bisher als individuelles Trauma sehen, einen kollektiven Ursprung hat oder zumindest sehr stark damit verbunden ist.

Die gute Nachricht ist, dass wir schon eine Menge über individuelles Trauma wissen, auch wie man die Prozesse der Heilung einleitet. Können wir diese Erfahrungen auf das Kollektiv übertragen, so haben wir auch schon hier Möglichkeiten um weiter zu forschen.

Unsere Internetseite oneclient.love setzt genau da an. Wir wollen uns gegenseitig darin bestärken, unsere Nervensysteme zu trainieren.

Mit eigenen oder kollektiven Traumata haben sich unsere Nervensysteme zusammen gezogen, eng gemacht. Wie wir bei uns selbst beobachten können, spannen wir uns bei Angst und Bedrohung an. Wir lassen die Energie, die eigentlich gerade durch uns strömen will, nicht wirklich fließen, wir halten sie fest. Das hat zur Folge, dass wir einen Teil unserer Energie dafür bereit stellen müssen, diese Angst-, Scham- oder Wutenergie zu unterdrücken. Damit verbrauchen wir ständig Energie.

Gefühle sind zu allererst einmal Energiefrequenzen. Gefühle sind die Sprache unserer sozialen Gemeinschaft. Ohne Gefühle werden wir uns nicht gegenseitig nah. Wenn jemand sich mit seiner Wut zeigt, weiß ich, ich halte lieber ein bisschen Abstand. Wenn ein Kind Angst bekommt, wendet es sich der Mutter zu, die im guten Falle das Kind zu sich auf den Schoß nimmt und so die Angst des Kindes in das eigene Energiefeld abfließen lässt. Ist die Angst-Energie des Kindes abgeflossen, gibt es keine Nachwirkungen für das Kind mehr und es kann wieder spielen gehen.

Scham ist wichtig für den sozialen Ausgleich. Hier handelt es sich sozusagen um eine gesunde Scham. Daneben gibt es auch eine destruktive Scham, dazu kann man etwas unter folgendem Link sehen und hören:  „Vom Umgang mit Scham und anderen Gefühlen“ Video von Peter Hellwig.  Wenn ich etwas gegen die Gruppennorm gemacht habe, schäme ich mich. Es ist ein angemessenes Gefühl. Alle Gefühle sind subjektiv. Sie brauchen auch keine Objektivität. Es macht keinen Sinn Gefühle zu vergleichen. Sie gehören immer nur uns selbst und sind verbunden mit den eigenen Empfindungen. Trauer dient der Verarbeitung eines Verlustes. Wenn mir etwas lieb gewordenes verloren geht, jemand stirbt, ist man völlig angemessen traurig. Wenn diese Trauer aber innerlich abgelehnt wird, kann sie nicht mehr fließen und ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr gerecht werden. Reine Trauer ist ein Ausdruck von Liebe. Wenn mir etwas oder jemand genommen wird, weine ich, bis ich mich wieder beruhige. Ich beruhige mich wieder, wenn meine Trauer diesbezüglich abgeflossen ist. Das geschieht aber nur, wenn ich mich der Trauer hingeben, keinen Widerstand dagegen aufbaue.

Wir brauchen Umgebungen, wo diese Gefühle, wie die Angst bei dem eben erwähnte Kind, was zu Mutter läuft, abfließen können.

Trauma ist die innere Reaktion auf eine überwältigende Gefühlswelle. Nicht die Gefühle oder das Ereignis selbst sind das Trauma, sondern die innere Reaktion auf die Überwältigung. Als kleines Kind fühlen wir uns durch das Verlassen unserer Mutter existenziell bedroht, vom Tode bedroht. So könnten wir nicht auf Dauer leben, deshalb hat unser „Imunisierungssystem“ einen Reflex entwickelt, der dazu führt, dass wir diese Überwältigung nicht mehr fühlen müssen. Wie schneiden uns von dem Gefühl ab. Das erlaubt uns wieder am Alltag teilzuhaben. Die Reaktion auf die schmerzhafte Erfahrung ist also das Trauma, nicht jedoch die Erfahrung selbst.

Wenn wir allerdings irgendwann ein Trauma erlebt haben, werden wir (meistens unbewusst) immer danach streben, die dadurch gebundene Energie wieder in den Fluss zu bringen. Das ist notwendig, damit wir wieder alle unsere Kompetenzen zur Verfügung haben. Wir sagten ja schon, dass sonst ein Großteil unserer Energien gebunden ist und uns nicht im Alltag zur Verfügung steht. Wir haben sozusagen einen ständigen Energieverbraucher nebenher mit laufen.

Wir können davon ausgehen, dass das, was wir an Schmerz und Leid in der Welt sehen, aus nicht gelöstem Trauma resultiert. Trauma führt dazu, dass wir aus dem Kontakt gehen. Zuerst mit uns selbst, dann mit den uns liebsten Menschen. Z. B. halten wir so auch die uns liebsten Menschen in einem Abstand, oft unbewusst und sogar ungewollt. Da viele von uns schon in der Kindheit eigene tiefe Verlassenszustände erlebt haben, z. B. dadurch, dass wir direkt nach der Geburt von der überlebenswichtigen Person, unserer Mutter, getrennt wurden und für 4 Stunden in ein Säuglingszimmer gebracht wurden, bis wir wieder den Kontakt zur Quelle des Lebens haben durften.

Es gibt viele kleine und größere Verlassenserfahrungen in unserem Leben. Oft wiederholen wir selbst diese Erfahrungen immer wieder, weil, soweit meine Hypothese, wir unbewusst solange mit dieser schmerzlichen Erfahrung umgehen werden, bis wir eine wirklich heilende Lösung dafür gefunden haben. Das könnte der Grund dafür sein, dass wir immer wieder ähnliche Partner oder Lebenssituationen anziehen.

Ich gehe von einer ungeheuer großen Intelligenz in uns aus. Und diese Intelligenz will Heilung für uns und unseren Planeten. Deshalb führt sie uns immer wieder die alten Krisen vor Augen. Deshalb wiederholen wir periodisch alte Erfahrungen immer wieder, uns zwar so lange, bis wir einen neuen Bewusstseinsschritt getan haben und von da aus eine wirkliche Lösung für das Problem in Gang setzen.

Und nicht nur das Potenzial des menschlichen Gehirns ist bisher nur rudimentär erforscht, sondern auch das unvorstellbar große Potenzial des kollektiven Bewusstseins kommt nur sehr langsam zum Vorschein. Ein kleines Beispiel sind das Phänomen der Familien- und Systemaufstellungen und Synchronizitäten.

Wir wissen noch fast überhaupt nicht, wozu „wir als Bewusstsein“ in der Lage sind und sein werden. Einige von uns haben schon einen kleinen oder größeren Zugang dazu. Doch der wirkliche Umfang dieses Potenzials ist uns m. E. noch völlig unzugänglich.

Mit dem Projekt Oneclient.love verfolgen wir, vermutlich sehr kleinschrittig, genau dieser Intelligenz.

Wir wissen schon, dass die Macht der Gefühle sehr viel größer ist, als gemeinhin angenommen. Wir wissen schon, dass eine höhere Intelligenz sofort zur Verfügung steht, wenn wir uns ganz dem derzeitig tiefsten Gefühl hingeben, ohne im Widerstand damit zu sein. Sofort öffnen sich neue Möglichkeiten, Perspektiven und wir ziehen neue, heilende Ereignisse an.

Lassen Sie uns diese Erfahrungen zusammen machen. Lasst uns einen Raum erschaffen, in dem wir gemeinsam lernen zu fühlen, Erfahrungen machen und speziell auch das NICHTFÜHLEN mit einladen. Wir brauchen gehaltene Räume, in denen Nichtfühlen willkommen ist. Denn das Nichtfühlen, was ja als Folge von nicht-aushalten-Können von Gefühlen als Kind entstanden ist, braucht größere Netzwerke von Nervensystemen, um überhaupt eine Möglichkeit des Fühlens wieder zu erlauben. Was es hier nicht geben darf ist Druck. Das Nicht-Fühlen ist eingeladen. Da bedeutet, wir sind einverstanden damit, dass Menschen unter uns nicht fühlen. Wir halten das aus. Wir begrüßen es sogar. Denn auch wir haben Anteile in uns, die wir nicht fühlen können. Aber als große Gruppe von Einzelnervensystemen sind wir in der Lage ein Gesamtnervensystem entstehen zu lassen, uns zu synchronisieren und damit werden wir mit allen unseren Aspekten gehalten sein.

Das ist noch zu theoretisch? Ja, vermutlich, dann lassen Sie uns das ausprobieren.

Wir fangen an.