Hingabe ist die Kompetenz ganz und gar im Augenblick sich einer Sache, Person oder Gruppe mit voller Aufmerksamkeit zuzuwenden. Während dessen bin ich angemessen entspannt und gleichzeitig mit totaler Achtsamkeit anwesend. So bin ich in der Lage jeden Augenblick angemessen darauf zu antworten, d.h. angemessen zu reagieren, sollte sich was ändern. Und dieses Reagieren ist dann viel mehr ein agieren aus dem Augenblick heraus. Es entspricht dem chinesischen Wu Wei, dem NICHT-TUN. Es ist einfach eine Folge dessen was gerade geschieht.
Hingabe ist dementsprechend die Kompetenz und Bereitschaft, sich einer Situation, einer Sache oder einer Person voll und ganz zuzuwenden. In diesem Moment werde ich kongruent mit der Situation. Gleichzeitig bin ich verbunden, aber nicht verschmolzen. Ich bin in der Lage meine Grenzen sehr genau wahrzunehmen und auch die Grenzen der anderen Person. Ich bin in der Lage in jedem Augenblick zu erkennen und dem zu folgen, wenn etwas Neues durch mich entsteht.

In der Hingabe spüre ich schon im Vorfeld, dass etwas Neues geschieht und beziehe das in meine Bewegung mit ein. Daher kann mich nie etwas überraschen. Im Zustand der Hingabe bin ich in der göttlichen Verbindung. Liebe, Frieden und die totale Verbindung mit dem was gerade geschieht, ist Ausdruck von Hingabe.

In dem Zustand von Hingabe, welcher nie in irgendeiner Weise fixiert sein kann, öffnet sich das Universum. Ich bin verbunden mit allem was ist, mit der universellen göttlichen Energie. Der Zustand der Hingabe ist in gewisser Hinsicht einem bestimmten Grad von Erleuchtung gleichgestellt. Hier bin ich verbunden mit allem und reagiere (vielmehr: es in mir reagiert) angemessen auf die Situation, egal was mir begegnet.

Hingabe schließt Liebe immer rein, ohne Liebe gibt es keine Hingabe.
Insofern bedeutet Hingabe, dass ich mich einer Situation, allen Menschen oder mir selbst total vertraue, dass ich meinen Impulsen folge, ihnen vertraue und sie als bereits vollzogene Handlung erlebe. Im Sinne von Kurt Tepperwein bedeutet Hingabe das vollkommene Wissen darüber, dass es bereits geschehen ist, bevor ich es ausgesprochen habe.

Zusatz:

In dem ich auf den nächsten Impuls z. B. im Nichtwissen, warte, entsteht Raum. Es ist im Grunde Meditation. – Wenn ich dann glaube, etwas tun zu müssen, verschließe ich den Raum wieder.

 

 

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