Vorwort:

Die Idylle

Ich werde geboren, ich bin ein kleiner Mensch, der das Licht der Welt erblickt. Bisher ist alles so gelaufen, wie die Natur es vorgesehen hat. Ich wurde gezeugt und bin im Schlaraffenland der Gebärmutter aufgewachsen. Doch dann wurde es mir zu eng im Bauch der Mutter und ich verließ ihn mit viel Anstrengung.

Bisher ist immer noch alles in Ordnung. Auch ich bin in Ordnung. Es gibt keinen Zweifel in mir oder an mir. Ich mache deutlich, wenn ich zu Essen will, werde gestillt, am Körper getragen, kann die Haut meiner Mutter jederzeit spüren und höre ihren Herzschlag. Die Geräusche des Darms höre ich jetzt etwas anders, doch ich erinnere sie. Ja, ich werde von meiner Mutter getragen. Ich rieche sie, höre ihre Stimme, schmecke sie, ich bin vollkommen versorgt.

Mir fehlt es an nichts. So langsam werde ich älter und wähle auch einmal eine Zeit bei meinem Vater. Der riecht ganz anders, auch er ist mir vertraut. Die Stimme kenne ich ja schon lange, schon seit dem ich noch im Bauch meiner Mutter war.

Ich liege auf dem Boden und fange langsam an zu kriechen. Meine Mutter ist immer in Reichweite und wenn ich jetzt will, krabbele ich zu ihr und sie nimmt mich auf den Arm und säugt mich, trägt mich – ist einfach da.

Ich fühle mich sicher und es fehlt an nichts. Sie macht mich sauber, wenn ich mich geleert habe. Es ist manches Mal ein bisschen nass oder glitschig. Es ist alles so, wie ich es erwarte. Es gibt keine Überraschungen. Und doch ist alles neu für mich. Ich werde größer, mein Bewegungsradius wird größer. Ich spiele mit Kindern in meiner Größe und mit anderen.

Auch sie werden von ihren Eltern getragen und versorgt. Wir probieren aus, wir folgen unseren Impulsen und entdecken die Welt. Sie ist aufregend und wenn wir müde werden oder ein Schreck uns in die Glieder fährt, laufen wir zur Mutter und alles ist gut. Sie ist ja da.

Ja, so oder ähnlich könnten die ersten zwei Lebensjahre eines versorgten Menschen aussehen. Dieses Kind braucht keine Anerkennung oder Bestätigung für Geleistetes. Denn es ist per se anerkannt. Es erkennt sich selbst an, weil nie ein Zweifel an seiner Richtigkeit entstanden ist. Es musste sich nicht selbst in Zweifel ziehen, weil es versorgt wurde und nicht in einen Mangel kam, den es nicht selbst herbeigeführt hat, z.B. durch Entfernung von der Mutter. (siehe auch Jean Liedloff, „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück!“)

Es kann erkennen, dass es im sicheren Rahmen der elterlichen Gewalt und Grenzen aufwächst. Es kann die Grenzen selbstständig erweitern und wird – sobald es das will – wieder von der Mutter oder einem anderen Gruppenmitglied versorgt. Die Versorgung erfolgt nur insoweit, wie das Kind noch nicht in der Lage ist, es selbst zu tun. Ein älteres Mitglied der Gruppe oder Familie wird einem jüngeren keine Arbeit oder die Selbstversorgung abnehmen, die es selbst erledigen kann. Warum auch?

Die älteren Mitglieder der Sippe sind bestrebt daran zu arbeiten, dem naturgemäßen Fluss entsprechend, den jüngeren zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen. Insofern werden sie sie nicht entmündigen oder sie sich kleiner fühlen lassen, indem sie ihnen Arbeiten abnehmen, die sie selbst erledigen könnten. So kann jeder einzelne Mensch Erfahrungen machen, ausprobieren, scheitern und es wieder probieren. Sein Scheitern führt nicht zur Selbstabwertung, weil er erstens erkennen kann, dass andere auch scheitern und es wieder versuchen bis es klappt und perfektioniert wird und zweitens, weil er sein Scheitern nicht mit seinem Selbstwert in Zusammenhang bringt. Seine Handlungen stehen in keinem positiven, wie negativen Zusammenhang mit dem eigenen Sein. Er ist kein besserer Mensch, weil er etwas besser kann, als andere.

Jeder Mensch hat seine besonderen Begabungen, Stärken und Schwächen, doch das innere Wissen um die eigene Vollständigkeit hängt damit nicht zusammen.

Das erlaubt eine unbegrenzte Freiheit des Ausprobierens. Dieser Mensch erlebt Selbstwirksamkeit und kann durchaus in Schwierigkeiten kommen oder erkennen müssen, dass er etwas nicht kann. Er wird nicht an seinem Selbstwert zweifeln.

Hauptwort:

Unsere Realität

Ein Säugling wird geboren. Er ist vollkommen; zumindest wird er sich selbst so erleben, denn er kann keinen Grund dafür haben, es nicht so zu erleben.

Selbst wenn er hässlich wäre, wenn ihm ein Arm fehlte oder ein Auge, selbst wenn er völlig missgestaltet wäre, hätte er von sich aus keinen Zweifel daran, vollkommen zu sein. Denn er kennt nur das, was er kennt und warum sollte es nicht in Ordnung sein, so zu sein wie er ist.

Dieses Baby weiß nicht nur, dass es vollkommen ist, so wie es ist, sondern es weiß auch, dass ihm eine vollkommene Versorgung seitens der Mutter (Natur, Eltern, Welt) zusteht. Es kann nicht anders, wie sollte es anders sein, als zu erwarten, dass es am Körper der Mutter getragen wird und wenn es Hunger hat, gestillt zu werden. Es wird ständig am Körper getragen werden, so wie es von Eltern in Millionen von Jahren instinktiv gelernt wurde und ihnen in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Die Wahrheit dieser Aussagen kann man anhand von Studien über ursprüngliche Völker und bei unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen erfahren.

Dem Säugling steht es also als Naturgesetz zu, vollkommen versorgt zu werden. Dieses Naturgesetz erkennt er instinktiv. Er weiß, er muss an der Haut der Mutter getragen werden und an die Brust dürfen, wenn er in sich diesen Drang verspürt.

Doch die meisten von uns erfuhren diese Grundversorgung in unserer Gesellschaft und Kultur nicht.

Das hat zur Folge, dass uns etwas fehlt, was für unsere Entwicklung wesentlich ist.

Das Gesetz der Natur wird in unseren Kreisen immer wieder gebrochen und so kommt der Mensch an einem Punkt an dem er sagt – auch noch als Erwachsener sagt:

„Wenn dieses Gesetz nicht erfüllt wird und ich nicht das bekomme was mir zusteht, dann werde ich nicht erwachsen! Ich verweigere das! Ich bin nicht vollkommen vorsorgt und geliebt worden (so wie es mir zugestanden hätte). Es gibt einen Mangel, ein Loch in meiner wahren Identität. Ich fühle mich nicht angenommen, nicht gesehen. Und das, was mir fehlt, will ich von außen, will ich von DIR haben!!“ (Diese Haltung wird oft nur von anderen Menschen von außen erkannt. Sie ist in der Regel unbewusst. Und diese Menschen werden manchmal abgelehnt, denn jeder, der nicht auch daraus einen Gewinn erzielt, dass er dem anderen viel gibt, fühlt sich bald unwohl.)

Was bleibt einem jetzt übrig?

Der Zug ist abgefahren! Die Eltern werden meinen Mangel nicht auffüllen, doch selbst wenn sie es täten, es hätte keinen Erfolg mehr! Ich bin nicht mehr das Kind, was am Körper getragen werden kann.

Wenn ich jetzt erkenne, dass es darum geht angenommen zu werden, könnte ich mich doch einfach selbst annehmen. Ich könnte mich selbst vollkommen lieben.

Tatsächlich reicht genau dieses vollkommen aus!                    Warum tue ich es nicht?

Sie werden jetzt vielleicht sagen, dass das nicht geht. „Ich kann das nicht selbst tun.“ Doch es geht! Es gibt eine Menge Menschen, die dieses beweisen. In jedem Menschen ist die Möglichkeit, jederzeit in die eigene Zufriedenheit zu kommen, vollkommen angelegt. (Siehe auch meinen Artikel „Vom Opfer zum Schöpfer“)

Doch warum tue ich es nicht? Wenn ich hier ich sage, spreche ich für die Mehrzahl aller Menschen unseres Kulturkreises.

Meine Befürchtung ist, sobald ich es aufgebe, von meiner Partnerin, meinem Partner, Chef, Freundin (immer stellvertretend für Mama oder Papa) doch noch das zu bekommen, was ich als Kind nicht bekommen habe, und es selbst schaffe es mir zu geben, ich den Anspruch darauf verliere, die Liebe und Anerkennung doch noch von jemand anderem zu bekommen. Ich gäbe dann meine Opferrolle auf. Eine Rolle, die ich befürchte dann nie mehr wieder einnehmen zu können. (Glauben Sie mir nicht einfach, wenn Sie das bei mir lesen, überprüfen Sie es gründlich.)

Aus dieser Perspektive heraus glaube ich, dass ich dann noch unfreier werde. Und ich kann nur aus meinem derzeitigen Bewusstsein heraus in die Zukunft schauen. Und dieser Blick schließt die Erfahrung, die ich erst machen werde, wenn ich mich wirklich selbst versorge, nicht mit ein. Deshalb kann ich jetzt daraus nur schließen, dass ich dann alle Ansprüche aufgeben werde.

Und dieses Risiko will ich nicht eingehen. Deshalb werde ich mich auf keinen Fall selbst vollkommen um mich kümmern und mich lieben, wie eine Mutter ihren Säugling liebt. Ich werde mich nicht mit all meinen Facetten, meinen scheinbaren Unvollkommenheiten selbst annehmen. Denn dann müsste ich es doch immer selbst machen. Nie mehr könnte ich mich darauf berufen, etwas von jemand anderem zu bekommen.

Das ist meine Befürchtung! (Ich bitte sie nicht, mir zu glauben, sondern forschen Sie in ihrer eigenen Tiefe nach!)

Doch genau die stimmt nicht!

Allerdings werde ich nicht mehr alles nur noch von einer Person haben wollen, von meinem Partner oder meiner Partnerin. Nein, ich bin dann in der Lage, durch verschiedene Menschen etwas zu bekommen. Ich bin nicht mehr auf einen oder zwei Menschen fixiert.

Ich bin nach wie vor in der Lage, um Hilfe zu bitten, doch bittet jetzt der Erwachsene in mir, nicht mehr das Kind. Und der Erwachsene weiß, dass er, sollte er eine Absage erhalten, jemand anderen fragen kann. Er ist nicht mehr abhängig davon, selbst Opfer zu sein, um etwas zu bekommen.

Tatsächlich haben viele von uns als Kinder erlebt, dass man nur etwas bekommt, wenn man Gewalt ausübt oder wenn man ein armes Opfer ist. Vielleicht haben wir das bei unseren Eltern gesehen.

Wenn ich Gewalt ausübe bin ich ein moralisch verwerflicher Mensch. Das will ich natürlich nicht sein (manche doch).

Wenn ich Opfer bin, bin ich moralisch auf der (scheinbar) sauberen Seite. Opfern steht man bei. Man wird sie doch nicht auch noch treten, wenn sie schon am Boden liegen. Und Opfer können (wollen) es nicht selbst machen. Sie können sich darauf berufen, dass es ja nicht schön ist, Opfer zu sein. Keiner will doch freiwillig gerne Opfer sein.

Stimmt das wirklich? Und was, wenn Sie herausfinden, dass es doch um Opferkonkurrenz geht? Was ist, wenn ich doch stets (oft) darauf achten muss, dass es mir selbst doch wenigstens ein kleines bisschen schlechter geht, als dem anderen?

Ich bitte Sie an diesem Punkt einmal in die tiefsten Tiefen ihrer Selbstwahrnehmung hinein zu gehen und zu forschen. Gibt es vielleicht eine Seite in Ihnen, die Angst hat vor der eigenen Größe und Stärke; Angst davor, wirklich mit den eigenen Ideen, Wünschen, Bedürfnissen, sowie auch mit der echten Eigenständigkeit und Unabhängigkeit in die Welt zu gehen und sich damit zu zeigen?

Schlusswort:

Alles bietet Möglichkeiten

Unsere Geschichte können wir nicht ändern. Wir können sie jedoch neu bewerten. Wir können sehen, dass wir durch die frühen Erfahrungen eine Menge gelernt haben. Und wir haben überlebt. Unsere Eltern haben es so gut gemacht, wie sie konnten. Können wir das sehen? Oder werfen wir ihnen noch etwas vor?

Jetzt können wir uns selbst versorgen lernen. Wir können uns sogar selbst streicheln, berühren, mit uns sprechen (mit dem immer noch unversorgten inneren Kind in uns). Wir können uns selbst wahrnehmen und unseren Schmerz, unsere Traurigkeit, unsere Hilflosigkeit bereitwillig annehmen, uns    selbst    damit    annehmen. Wir zeigen uns dann, dass wir jetzt selbst für uns sorgen können und nicht mehr darauf warten, von unserem Partner oder unserer Partnerin etwas zu bekommen, was uns vervollständigt.

Folgen Sie dem und sie bekommen von mir die Garantie, dass sie sich sehr viel wohler und freier fühlen werden. Und dass sie jetzt wirklich in Liebesbeziehungen eintreten können, die nicht mehr geprägt sind von Abhängigkeit.

Probieren Sie es aus! Nur so werden Sie es erfahren!

Peter Hellwig Okt. 2006, überarbeitet Dez. 2013

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Kommentare

  1. Judith sagt:

    Danke Herr Hellwig. Aus meiner Wut, meinem Unverständnis der übermächtigen Machtdemonstration seitens Politik, dem schüren der Spaltung der Menschen, ist nach dem Lesen Ihres Berichts tiefste gefühlte Trauer ans Tageslicht gekommen. Und ich spüre, dass ich so in Kontakt mit mir und dem Kollektiv kommen und vorsichtige Schritte in Richtung heil werden gehen kann.

  2. K sagt:

    Danke, Peter dafür, dass du deine Idee, Vermutung und These teilst.
    Ich habe meinem Mann laut den Text vorgelesen. Bei dem Satz „wir schämen uns“, sind mir spontan die Tränen heruntergelaufen.
    Mir kam eine Situation, die sich vor 20 Jahren ereignet. In einem Seminar mit internationalen Teilnehmern, erzählte eine jüdisch abstammende Britin, ihre Lebensgeschichte. Unter anderem, dass Ihre Eltern in Deutschland lebten und in der Nazi Zeit deportiert wurden…..sie wuchs dann bei einer Tante in GB auf. Als ich als nächstes an der Reihe war, brach ich in Tränen aus uns sagte „Ich schäme mich, Deutsche zu sein“…..eben diesen Satz….
    Dieser Moment war so präsent heute morgen beim Lesen des Artikeks, dass ich vermute, die These von Peter mag stimmen.
    Mögen wir heilen.
    Grüße von K

  3. Antje sagt:

    Hallo Peter,
    Vielen lieben Dank für die offenen und ehrlichen Worte und Gedanken über die momentanen Zustände in unserem Land. Ich teile Ihre Gedanken. Oftmals bin ich wütend und weiß dann nicht wohin mit meiner Wut. Und dass Kinder geimpft werden, macht mich sehr traurig. Ich versuche im Vertrauen zu bleiben.
    Ich freue mich jeden Monat von Ihnen zu lesen.
    Antje

  4. Katharina sagt:

    Danke Peter! du findest die richtigen Worte. Ich bin manchmal sprachlos, was geschieht und vor allem wie die Menschen aller Bildungsklassen das befohlen einfach nicht hinterfragen.
    Ich arbeite als Shiatsu Therapeutin mit Klienten und finde die Gratwanderung von „deutlich auf die Missstände hinweisen “ und „anderer Ansichten zu tolerieren“ sehr schwer. Als Missionarin will ich nicht auftreten, doch sind die Mehrzahl so sehr im Vertrauen mit der Regierung, dass ich manchmal innerlich die Krise bekomme (und genau das hilft natürlich gar nicht).
    Ich habe eine Meditationsgruppe gegründet, wo wir uns eine bessere Welt visualisieren und manifestieren, sowie unsere Intuition Schulen (mit verschiedenen Möglichkeiten).
    Das ist der Highlight der Woche und wir sind von 2 auf 15 Menschen innerhalb kürzester Zeit angewachsen. Vielleicht ist das unsere einzige Chance, über den inneren Weg in eine heilsame Zukunft zu kommen.
    Herzliche Grüße von Katharina

  5. Andrea sagt:

    Lieber Peter Hellwig,

    auch ich bin so erschüttert und beunruhigt. Ich habe das Gefühl, dass ich das, was ich täglich wahrnehme und höre, kaum ertragen kann. Ich verstehe auch nicht, warum gefühlt immer noch so wenige Menschen hinschauen wollen, wie potentiell gefährlich diese Impfung ist und dass sie es offensichtlich scharenweise kaum erwarten können, ihre Kinder endlich impfen zu lassen….
    Doch, ich verstehe es schon, wenn ich mir klarmache, dass es heftigste Angst sein muss – aber wenn so viele Menschen so viel Angst haben, dass sie quasi unbegrenzt manipulierbar sind und bereit sind, unhinterfragt alles zu tun, was ihnen gesagt wird, was bedeutet das für uns alle?
    Ich bin im Kolleginnenkreis, außer einer lieben Kollegin und Freundin, die einzige, die sich nicht hat impfen lassen und befürchte schon seit einiger Zeit, dass sich die Situation weiter zuspitzt.
    Was mache ich dann?
    Ich versuche zu vertrauen, auf das Leben, das nicht gegen uns gerichtet ist – das gelingt mir mehr oder weniger, ist jeden Tag anders.
    Ich habe mich ja für das Seminar angemeldet – ich fokussiere immer wieder darauf, dass es stattfindet, ohne Restriktionen und dass wir ein heilendes Feld erschaffen werden.
    Ich freue mich sehr auf das Seminar.

    Ganz herzlichen Gruß, in Verbundenheit

    A

  6. Thomas sagt:

    Gut zu wissen, dass im Laufe des Bestandes einer Beziehung eine Diskrepanz bei dem einen Partner zwischen dem Bild vom anderen und seinem tatsächlichen Auftreten entsteht und sich stets vergrößert. Mein Onkel möchte mit meiner Tante Paartherapie besuchen. Er hofft, dass ihm die Therapie hilft, diese Diskrepanz zwischen Vorstellung und Realität zu beseitigen.

  7. Christine sagt:

    Schuld und Scham gehören zu den niedrig schwingenden Frequenzen im menschlichen System, ähnlich wie Kummer, Ärger, Wut, Angst ua… Ich bin überzeugt davon, dass wir alle „Schatten“ und jede „Dunkelheit“ heilen können, wenn wir hinschauen und durchfühlen, was ist. Und somit passiert nicht nur in unserer eigenen Geschichte Heilung, sondern auch in der unserer Ahn*innen und Vorfahr*innen und die Gleichwertig- und würdigkeit von Frau und Mann darf sein.

  8. K sagt:

    Vielen Dank Peter für diese Ausführungen.
    Sehr interessante Gedanken und Hypothesen und nur der kollektive Heilungs-Gedanke gibt der Pandemie einen Sinn. Du hast das wunderbar formuliert und das resoniert bei mir.

  9. Vielen Dank für den Beitrag über Paartherapie. Meine Schwester hat Beziehungsprobleme mit ihrem langjährigen Freund und überlegt, einen Paartherapeuten zurate zu ziehen. Ich werde ihr diesen Beitrag weiterleiten, damit sie eine Entscheidung fällen kann. Interessant, dass die therapeutische Situation erlaubt, einerseits Mitgefühl für den anderen zu entwickeln oder Angst, weil die Kontrolle verloren geht.

  10. Peter sagt:

    Mein Freund hat Probleme in der Ehe aber will noch nicht aufgeben. Es ist interessant zu wissen das 50 % aller Ehen geschieden werden. Ich hoffe  das es alles bei ihm klappt und werde ihm vorschlagen eine Paartherapie zu besuchen. 

  11. An sagt:

    Lieber Peter Hellwig, ich Danke Ihnen für die ausführliche Ausführung unserer ver rückten Zeit. Ich beobachte oft wie gutgläubig intelligente Menschen sind und sich, aus meiner Sicht, täuschen lassen. Alles wird für wahr hingenommen und wenn ich frage, wen sie kennen, der C hätte, kennen sie persönlich keinen oder sie reagieren über, weil alles ganz schlimm war. Wenn ich konkret Nachfrage, was anders war als an einer Grippe, wissen sie es nicht oder es stellt sich heraus dass der Erkrankte ein Risikopatient ist. Einmal ist es mir passiert, als von einem jungen Menschen berichtet wurde, der kurz davor stand ins KH eingewiesen zu werden, dass ich mich bei der Ausführung des Krankheitsbildes schuldig gefühlt habe, weil ich nicht alles glaube was in den Medien berichtet wird. Ich weiß es ja auch nicht genau. Aber, ich habe ein Gefühl, eine Intuition, der ich vertraue.
    Leider kann ich das Video nicht sehen, weil es Privatvideo heißt. Weiß nicht wie das funktioniert.
    Mit den allerbesten Grüßen und bleiben Sie gesund. A

  12. Ulrike sagt:

    Guten Tag, ich selbst bin eher unfreiwillig in diese Situation geraten. Bin durch meine Verlustängste durchgegangen und habe echt gelitten. Dennoch weiß ich, dass es mein Leid ist. Nicht das meines Partners. Ich frage mich ist die Art von Beziehung nicht zum scheitern verurteilt? Hat der andere evtl. Bindungs- Ängste die ich wenn ich mich darauf einlassen unterstütze? Wäre es möglich eine Stunde bei Ihnen zu buchen? Wenn ja, was kostet sie?
    Mit freundlichen Grüßen Ulrike

  13. K sagt:

    Guten Tag, ich finde ihren Beitrag sehr gut.
    Meine Frage: wenn ich mich auf einer Aufstellung in eine Frau verliebe, wie kann ich damit umgehen ?
    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Grüße
    K

  14. Marcus sagt:

    Ich wollte schon immer mehr wissen über Beratung für Paare. Ich denke, das ist etwas, über das jeder mehr wissen sollte. Ich werde diesen Artikel auch mit meinem Onkel teilen. Das interessiert ihn auch.

  15. G sagt:

    Ich kenne nur die Ehetherapie als klassisches Modell. Aber ich hatte keine Ahnung, dass es Beratungen gibt, die extra auf alternative Beziehungsmodelle zugeschnitten sind. Ich denke das wäre für mich und meinen Partner auf jeden Fall interessant.

  16. Josie sagt:

    Ich bin Ihnen sehr dankbar für diese wunderbare Erklärung. Diese hat mir sehr gut geholfen, mich selber zu verstehen.

  17. An sagt:

    Ich habe mich schon vielfach mit dem Thema der Polygamie auseinander gesetzt und tatsächlich zu Zeiten in denen ich versucht war dieses in meiner Partnerschaft zu Nutznießen, darüber nachgedacht ein Buch zu dem Thema zu verfassen welches den bezeichnenden Titel „Die Monogamie in der Polygamie“ erhalten hätte. Damals verfolgte ich den Ansatz das eine jede Frau welche mir Sympathie zu entlocken vermochte lediglich ein Teil des mir inne wohnenden göttlichen Prinzips Weiblichkeit darstellte, welches ich eigentlich liebte. Nachdem nunmehr einige Jahre vergangen sind, und ich selbst ebenso wie meine Partnerin die eine oder andere Exkursion durchlebt haben, stelle ich für mich inzwischen jedoch fragend fest.
    Wozu dann noch eine Partnerschaft?
    Verstehen sie mich bitte nicht falsch doch eines ist mir aufgefallen. Jedesmal wenn wir so daraus gingen um unsere Bedürfnis nach Konsum an anderen zu befriedigen, haben wir in dem jeweiligen Augenblick, die Chance verpasst unsere Beziehung in sofern konstruktiv zu verbessern, das sie uns heimelig und bequem wurde. Denn was sind Sehnsüchte anderes als Ausflüge des Egos welches sich nicht zu helfen vermag den Garten in seiner selbst geschaffenen Welt so zu gestalten das er eine verlässliche, eine nährende Größe darstellen kann?
    Ich persönlich habe zum Beispiel bemerkt, das ich dem Tempel einer gegenseitigen Beziehung so jedesmal Energie entnahm die Potentiell dazu hätte dienen können eigene Unzulänglichkeiten zu überwinden und daran zu wachsen.
    Ich hatte sogar parallel 2 Frauen die von einander wussten, ich konnte aber unmöglich beiden gerecht werden.
    Wären diese so in sich selbst ruhend gewesen, das sie sich lediglich über meinen Besuch gefreut hätten, aber ebenso gleichmütig hingenommen hätten wenn ich gegangen wäre, was hätten diese Treffen dann noch bedeutet? Wäre ich dann nicht mehr und nicht weniger gewesen als ein Swipe auf Tinder? Ein Blatt im Wind ohne Fähigkeit zu echter Bindung?
    Ich fühle mich frei wenn ich meiner Partnerin eine Exklusivität zuspreche und in Offenheit und Verbindlichkeit mit ihr kommuniziere, denn diese Sicherheit schafft Vertrauen. Wenn mir nun eine Frau begegnet auf die ich Lust habe, die eine Sehnsucht in mir schürt. Stellt sich mir persönlich die Frage was ich in meiner Beziehung verbessern kann um eben diese zusammen mit meiner Partnerin oder aber mit mir selbst zu stillen.
    Die unverbindlichkeit von Partnerschaft die heutzutage so groß geschrieben wird ist für mich tatsächlich ein Symptom für eine immer narzisstisch werdendere Gesellschaft, welche sich in seiner Hilflosigkeit so weit von ihrer Natur bzw. ihrem wahren selbst entfernt hat, das sie sich nicht anders zu helfen weiß als Angst vor Verbindlichkeiten zu entwickel und Menschen unbewusst als Egofutter zu missbrauchen um auch morgen wieder fleißig funktionieren zu können.
    Ich möchte hier jedoch zwischen einer gesunden und einer klammernden Eifersucht unterscheiden. Denn die letztere Bedarf tatsächlich einer Heilung. Die gesunde allerdings stellt sich tatsächlich einfach nur realistisch die Frage ob die bestehende Partnerschaft noch einen Sinn macht wenn der Gegenüber aus Angst vor der eigenen Leere und Langeweile, das Wiederbeleben des verhärmten Selbstes durch vermeintlich sexuell tiefe Begegnungen zu erfahren.
    In jedem Falle jedoch denke ich, das die beantwortung solcherlei Fragen, gerade zu solchen Zeiten mit Vorsicht genossen werden sollte.

  18. Hanna sagt:

    Danke für den Beitrag zu Trauerbegleitung. Die Tante einer Bekannten hat große Schwierigkeiten, nach dem Tod ihres Mannes wieder Fuß zu fassen. Ich denke, Trauerbegleitung und nachträgliche Verabschiedung würde ihr gut tun.

  19. Marcus sagt:

    Sehr gut Geschrieben. Ich arbeite auch an mir, und versuche jetzt mehr auf mich zu hören. Was auch gut funktioniert. Ich habe öfters einfach zu Sachen JA gesagt obwohl ich dagegen war.

  20. Rüdiger Otto sagt:

    Wenn vermutlich kollektives Trauma heute in vielen von uns noch gebunden ist – gibt es dann nicht auch umgekehrt die gleichsam begründete Hoffnung, das auch hohe Intelligenz und Soziale Kompetenz alter, untergegangener Völker noch in uns abrufbar schlummern? Ein schöner Gedanke

  21. B sagt:

    Hallo, mein Mann hatte eine Telefonbeziehung die ich heraus bekommen habe. Seid dem telefoniert er nicht mehr ist aber hin und her gerissen. Ich bin dir Nr. 1 und die andere Nr. 2. Und wir sind schon immer zu dritt in dieser Ehe gewesen. In seiner Phantasie. Nur ich kenne diese Frau und sie ist auch verheiratet. Soll er seine Phantasie mit ihr ausleben?

  22. Klaus sagt:

    Bin erst mal begeistert von der Erklärung.
    Wie ist das Verhalten der Frau zu verstehen. Warum erzählt sie ihre neue Verliebtheit so brühwarm ihrem Ehemann ohne die Konsequenz zu erahnen. Ihr müsste doch klar sein das,dass verletzend ist. Eine Trennung durch den Ehemann ist ihr dann wohl auch schon egal oder will sie nur ihren Spaß auf Kosten und mit Erlaubnis des Mannes. Das ein Mann durch so ein plötzlich auftretendes Eheproblem Bauchschmerzen und mehr bekommt ist doch verständlich. Ob das auf die Kindheit zurückzuführen ist……
    Wie sollte ein Mann in der oben beschriebenen Lage reagieren, um sich selbst zu schützen.
    LG Klaus

  23. Jette sagt:

    Wow ich bin begeistert von den vielen Erkenntnissen..mich hat das Thema sehr neugierig gemacht. Ich könnte den ganzen Tag weiterlesen..gibt es ein Buch zu diesem Thema?
    LG Jette

  24. Sebastian sagt:

    Sehr schön zusammengefasst. Ich bin noch auf dem Weg dorthin…