Polyamorie, Mehrfachbeziehungen und ihr Schatten

“Wir leben freie Liebe”, sagte eine Bekannte zu einem Freund.

“Was”, sagte der, “ist denn Liebe nicht immer frei? Kann es denn ohne Freiheit überhaupt Liebe sein?”

Was Menschen vermutlich meinen, wenn sie von freier Liebe sprechen, ist wohl eher freie Sexualität. Freie Liebe ohne Sexualität sehen nur wenige Menschen als ein Problem an. Wenn meine Partnerin auch ihre Freundin liebt und deren Kind, ist es für mich kein Problem. Will sie mit der Freundin auch Sex haben, wird es schon anders. Wenn sie einen Freund liebt, rein platonisch versteht sich, auch fast kein Problem.

Wenn sich im Kontakt mit ihm allerdings ein erotisches Feld öffnet, sieht die Sache wirklich anders aus. “Wieso will sie denn Sex mit jemand anderen? Ja, kann sie ihn denn nicht ohne Sex lieben?” – Es scheint so, dass es bei der vermeintlichen “freien Liebe” eher um freie Sexualität geht. Ob mit oder ohne Liebe, ist dabei für viele zuerst einmal nicht so wichtig.

Wenn Menschen sich der Liebe vorbehaltlos öffnen, spüren sie darin oft eine tiefere Freiheit. Die Liebe bezieht sich nicht nur auf einen Menschen sondern auch auf andere. Wenn sich das Herz wirklich für die Liebe entscheidet, sehen wir überall schöne Menschen, strahlende, anziehende Augen und die Seelen dahinter. Ansonsten ist es keine Liebe. – Und dabei müssen (und können) wir nicht mit jedem Menschen Sex haben.

Ich sage zu meiner Geliebten: “Du bist es! Mit Dir will ich mein Leben verbringen!” – Und was ich nicht ausspreche ist: “Aber nur, wenn Du es genau so siehst! Nur, wenn Du mir treu bist, wie mein Eigentum!”

Sie soll mir also treu sein. – Darf sie auch sich selbst treu sein? Darf sie ihrem Herzen folgen, wenn es sie zu einem anderen beseelten Herz führt? – Geht es nicht auch darum, sich selbst treu zu sein? Ist der Liebe nicht viel mehr gedient, wenn sie nicht eingeengt wird durch meine oder die Bedingungen meiner Partnerin?

Ja, diese Art von neuer oder echter Liebe fühlt sich unsicherer an, vielleicht vorerst weniger komfortabel. Sie wird sich nicht in einen Kasten stecken lassen auf dem das Wort Partnerschaft, Monogamie, Beziehung oder Ehe steht. Sie lebt ihre eigene Lebendigkeit, die wenig vorhersagbar ist. Die Lebendigkeit der Liebe lässt sie schweben, lässt sie entscheiden, aber immer nur für diesen Augenblick, immer nur für sich selbst. – Bin ich in Liebe, bin ich liebevoll zu allererst einmal mit mir selbst und dann gleichzeitig mit den Menschen, die mir nah und wichtig sind.

Ich werde achtsam sein mit meinen Handlungen, meinen Impulsen, werde spüren, ob ich Schmerz bereiten könnte und werde damit angemessen umgehen. Wenn ich in Liebe mit mir bin, bin ich auch in Liebe mit jedem, der mir begegnet. Anders ist es nicht möglich.

Anders ist es keine wahre Selbstliebe. Denn aus der Selbstliebe heraus fließt die Liebe in jedes andere Gefäß. Sie wird flüssig, weitet sich, wird transparent und lebendig. Freude spricht aus ihr, ob in Leidenschaft, Nähe, Trauer, Leid, tiefer Berührung oder Angst. Die Liebe wird sich der Gefühle des anderen nicht verschließen. Sie wird frei sein sich selbst zu spüren und den Raum offen zu halten, ohne zu bewerten oder zu verurteilen. Die Liebe hat die Kraft alles zu beinhalten. Sie ist die kraftvollste Energie, die wir spüren können. Sie ist evolutionär, denn sie weitet uns, lässt uns uns selbst entwickeln und freier werden.

Der vertikale Entwicklungsimpuls ist immer ein Ausdruck von Liebe in Aktion. Vertikal bedeutet das gleichzeitige Wachstum unseres Bewusstseins. So kann die Liebe sich selbst vertiefend ausbreiten und uns dabei mitnehmen. Während die horizontale Erweiterung eher auf ein Mehr abzielt, ohne dabei eine andauernde, tiefere Befriedigung herbeizuführen und damit keine echte evolutionäre Entwicklung darstellt, bietet der vertikale Entwicklungsschritt ein wirkliches Mehr an innerer Ruhe, Klarheit und Freiheit. Mehr Partner, mehr Sex, mehr haben Wollen, ermöglicht uns aus sich heraus keine tiefere oder höhere Entwicklung unserer Persönlichkeit oder unseres Bewusstseins. Allerhöchstens vielleicht dann, wenn wir erkennen, dass ein ständiges “mehr haben Wollen” eher etwas mit Sucht zu tun hat und letztendlich keine erhöhte Befriedigung in unser Leben bringt, sondern immer nur noch mehr sucht/Sucht.

Natürlich stoßen wir in dieser Entwicklung auf Persönlichkeitsanteile in uns, die bisher nicht so weit gewachsen sind. Vielleicht haben wir als frühe Kinder schwere Situationen erlebt, in denen wir uns verlassen fühlten, uns dann verschlossen haben vor weiterem Schmerz, vielleicht traumatisiert wurden.

Jetzt, in der Entwicklung der Freiheit in uns kommen wir nicht umhin, uns um diese frühen, oft erstarrten Persönlichkeitsanteile zu kümmern. Sobald wir in eine tiefe Liebesbeziehung eintreten, ob in eine Zweier- oder auch in eine Mehrfachbeziehung, werden die alten Schmerzen des auf irgendeine Weise verlassenen Kindes in uns nach und nach reaktiviert. Denn die neue Liebe erinnert zwangsläufig an die frühe Liebe zur Mutter (und manchmal auch zum Vater). Unbewusst wird dann – über kurz oder auch etwas länger – der Schmerz in der neuen Liebe sichtbar, spürbar. Man weiß und spürt allerdings nur höchst selten, dass dieser Schmerz aus der Kindheit stammt. Wir projizieren ihn auf unseren neuen oder auch auf den alten Partner. Wir denken, er sei schuld an unserem Schmerz, tatsächlich stimmt das fast nie. Doch das wissen wir einfach oft nicht. Das Wissen darüber kommt oft erst durch eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst wieder in Bewusstsein zurück.

Alles in uns will wachsen. Die Evolution will sich in uns fortführen, jeder Persönlichkeitsanteil (inneres Kind, innerer Jugendlicher, innerer Erwachsener, etc.) in uns strebt nach weiterer Entwicklung. Vor allem deshalb stoßen wir auf Situationen, die uns herausfordern und uns wirklich zu bedrohen scheinen. Unbewusst laden wir diese Situationen ein. Dabei fühlt sich die daraus entstehende Bedrohung total echt an. Wir spüren große Angst oder gar nichts mehr, so wie es in unserer Kindheit auch irgendwann war, als der Schmerz zu groß wurde um ihn noch weiterhin auszuhalten.

Wenn das Verlassensein oder die Bedrohung davor, unmittelbar (jetzt erneut in der Partnerschaft) auftritt, fühlen wir allermeist zuerst große Angst. Es fühlt sich an wie damals, als uns unsere Mutter verlassen musste, weil sie oder wir selbst ins Krankenhaus mussten. – So wie es damals war, als unsere Mutter selbst noch heftig in ihrem Schmerz verhaftet war, weil ein früheres Kind gestorben war und die Trauer darüber nie wirklich ausgedrückt werden konnte. Danach konnte sie sich nie wirklich auf uns einlassen. – Wir könnten sie auch wieder verlassen, sterben. Den Schmerz könnte sie nicht noch einmal überstehen. Sie konnte uns damals nicht nah sein und wir erlebten heftigste Bedrohung oder sie konnte uns nicht frei unserem Drang nach mehr Freiheit nachgehen lassen. – Daran erinnert sich dann etwas in uns, fühlt den alten Schmerz, ohne dass wir die alten Erfahrungen sofort wieder bewusst zur Verfügung haben. Diese Dinge sind so gut verpackt, dass die meisten Menschen sie erst nach längerer Bewusstmachungsarbeit in der Tiefe ihrer Psyche wieder erkennen.

Als wir mit unserem Schmerz als Säugling oder auch später nicht umgehen konnten, z. B. weil es einfach zu viel war oder wir damit allein waren, sperrten wir diesen Schmerz ein, spalteten ihn ab, erstarrten wir in einem Anteil unserer Persönlichkeit, je früher desto stärker. Dieser Anteil fristet dann ein Schattendasein, stets bemüht wieder in das Bewusstsein des betroffenen Menschen zu kommen, damit die Erstarrung durch einen neuen, erwachseneren, angemesseneren Umgang damit aufgelöst werden und erneut auch hier Wachstum erfolgen kann. Eine Nachreifung dieses Persönlichkeitsanteils wird dringend benötigt, damit wir als Gesamtpersönlichkeit die nächsten Schritte in den Ausdruck unseres Potenzials gehen können.

Um immer tiefere und verbindlichere Beziehungen führen zu können, kommen wir nicht um diese Prozesse herum. Allerdings wird es fast immer einen Teil in unserer Psyche geben der das nicht will. Das heißt, wir haben auch noch einen inneren Widersacher gegen unsere eigene Entwicklung. Dieser Persönlichkeitsanteil will nichts Böses für uns. Er ist allerdings nicht in der Lage zu sehen, dass der Wiedereintritt in die tiefe Gefühlswelt tatsächlich eine enorme Bewusstseinsentwicklung ermöglicht.

Denn dieser Anteil ist entstanden in einem für einen Säugling oder ein Kleinkind unaushaltbaren emotionalen Zustand von Schmerz, meist Verlassenheitsschmerz. Um diesen Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen und damit Resourcen frei zu haben für das Überleben, hat eine Instanz in uns den Schmerz abgespalten, ins Unbewusste gedrückt. Diese ist in der Weise damit umgegangen, dass wir in der Folge zwar nicht mehr alles fühlen, aber dafür erst einmal überleben können. Deshalb nennen wir diesen Persönlichkeitsanteil auch den Überlebensanteil der Gesamtpersönlichkeit. Je nach Tiefe der Verletzung in der Kindheit oder Jugend ist dieser Anteil stärker oder weniger stark ausgebildet. Der Überlebensanteil (ÜA) ist jedoch nie bereit, sich wieder auf den Schmerz der Kindheit einzulassen. Denn der ÜA kann nur durch die Augen des Kleinkindes schauen und nicht erkennen, dass wir heute erwachsen sind und dass uns jetzt selbst ein großer psychischer Schmerz nicht umbringen kann. Es wird wohl weh tun, aber wir werden es überleben! So könnte es der gesunde erwachsene Anteil in uns sehen.

Tatsächlich sind wir an der Stelle meist so tief in der kompletten Identifikation des Überlebensanteils gefangen, dass wir keine Übersicht darüber haben, dass wir jetzt als Kind fühlen. Denn der Überlebensanteil und der heutige gesunde reife Anteil, der das oft schon sehen kann, haben keine direkte Verbindung miteinander. Sie kennen sich nicht aus direktem Erleben. Sie können nicht direkt miteinander kommunizieren. Wir können uns nur entweder als echter erwachsener Anteil fühlen, wahrnehmen und denken oder als Überlebensanteil. Und darüber gibt es nur selten eine Bewusstheit.

Erst wenn wir wieder sicher fühlen, sind wir in der Lage uns zu fragen, was denn gestern in der schwierigen Situation los war. Wie konnten wir so kindlich reagieren? Seltsam!?

Nun fragen Sie sich vielleicht, wieso wir zuerst auf die Mehrfachbeziehungen schauen, für möglich halten, dass es darin einen Gewinn für alle Beteiligten geben kann und dann den Schmerz eines traumatisierten Kindes beschreiben?

In einer Zweierbeziehung gelingt es uns, oft zumindest über einen gewissen Zeitraum, diese in irgendeiner Weise kontrollierend zu beeinflussen. Das heißt, wir versuchen die Beziehung so zu steuern, dass wir durch sie nicht bedroht werden, sei es durch zu wenig oder zu viel Nähe. Beides, große Nähe, wie auch Eigenständigkeit des Partners, verbunden mit Distanz, ist für viele von uns bedrohlich. In einer Zweierbeziehung scheinen diese Gegebenheiten dagegen für viele von uns aushaltbarer, weil sie oder er uns weiterhin scheinbar sicher ist. Und in der Zukunft wird es sich schon wieder besser werden.

In einer Mehrfachbeziehung ist der Versuch die Beziehungen zu kontrollieren sehr viel schwieriger, vielleicht sogar unmöglich. Was ist, wenn unsere beiden Partnerinnen zur selben Zeit mit uns zusammen sein wollen und wir keine von beiden enttäuschen wollen, können oder dürfen? Das wirft uns deutlich mehr auf uns selbst zurück, als es in einer Zweierpartnerschaft wahrscheinlich ist. Wir sind an dieser Stelle viel mehr gefordert, genau zu schauen, was wir denn jetzt selbst wollen. Was ist stimmig für mich? Kann ich das spüren? Oder habe ich nur eine Vorstellung im Kopf davon? In einer Zweierbeziehung lässt sich der andere oder ich selbst leichter auf einen Kompromiss ein, der nicht der inneren Stimmigkeit entspricht. Das ist dann halt der Preis für den Erhalt der Partnerschaft. In einer Mehrfachbeziehung lässt sich das kaum einrichten, ohne sich dabei selbst aufzugeben. In diesem Fall sind wir gefordert, dem anderen eine Enttäuschung zuzumuten. Können wir dann mit der Angst und Unsicherheit umgehen?

So sind wir in einer offenen Beziehung deutlich mehr gefordert, aus unserem eigenen Inneren heraus wahrhaftig zu SEIN. Alles andere wird uns auf Dauer zermürben. In diesem Sinne bietet eine Mehrfachbeziehung oft ein größeres Potenzial für das eigene Wachstum.

Liebe ist grundsätzlich frei. Angst macht grundsätzlich unfrei. Liebe und Angst stehen sich gegenüber. Je mehr Liebe und damit Licht in unsere Welt eindringt, desto mehr Schatten und damit alte Ängste, tauchen auf. Je mehr wir bereit sind, uns wirklich ernsthaft um unsere Ängste zu kümmern, sie anzunehmen, den Schmerz dahinter zu beleuchten, desto mehr werden wir die wirklich freie Liebe erleben können.

Ob wir dann weiter oder neu in einer monogamen Beziehung oder weiterhin oder neu in einer offenen Beziehung leben, steht nicht im Vordergrund. Denn dann leben wir aus einer inneren Freiheit heraus das Eine oder das Andere. Moral ist an der Stelle nicht hilfreich. Ihr gegenüber steht das Erlangen einer immer größer werdenden Verantwortung für das eigene Leben. Je freier wir in der Lage sind, jenseits der Konventionen zu fühlen, zu denken und zu handeln, desto größer wird die Verantwortung für uns selbst und für unsere Umgebung. Je befreiter wir uns von den Vorstellungen der Kultur und Gesellschaft und deren angehängten Moral erfahren, desto tiefer durchdringen wir unser eigenes Wirken in dieser Welt, desto mehr haben wir zu geben, desto mehr Liebe, Verantwortung, Mitgefühl und Nachhaltigkeit bringen wir in die Welt.

Peter Hellwig, Okt. 2013

Link zum Thema Angst!

Link zum Thema Eifersucht!

Link zum Thema: Beratung für alternative Partnerschaften!

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Kommentare

  1. Judith sagt:

    Danke Herr Hellwig. Aus meiner Wut, meinem Unverständnis der übermächtigen Machtdemonstration seitens Politik, dem schüren der Spaltung der Menschen, ist nach dem Lesen Ihres Berichts tiefste gefühlte Trauer ans Tageslicht gekommen. Und ich spüre, dass ich so in Kontakt mit mir und dem Kollektiv kommen und vorsichtige Schritte in Richtung heil werden gehen kann.

  2. K sagt:

    Danke, Peter dafür, dass du deine Idee, Vermutung und These teilst.
    Ich habe meinem Mann laut den Text vorgelesen. Bei dem Satz “wir schämen uns”, sind mir spontan die Tränen heruntergelaufen.
    Mir kam eine Situation, die sich vor 20 Jahren ereignet. In einem Seminar mit internationalen Teilnehmern, erzählte eine jüdisch abstammende Britin, ihre Lebensgeschichte. Unter anderem, dass Ihre Eltern in Deutschland lebten und in der Nazi Zeit deportiert wurden…..sie wuchs dann bei einer Tante in GB auf. Als ich als nächstes an der Reihe war, brach ich in Tränen aus uns sagte “Ich schäme mich, Deutsche zu sein”…..eben diesen Satz….
    Dieser Moment war so präsent heute morgen beim Lesen des Artikeks, dass ich vermute, die These von Peter mag stimmen.
    Mögen wir heilen.
    Grüße von K

  3. Antje sagt:

    Hallo Peter,
    Vielen lieben Dank für die offenen und ehrlichen Worte und Gedanken über die momentanen Zustände in unserem Land. Ich teile Ihre Gedanken. Oftmals bin ich wütend und weiß dann nicht wohin mit meiner Wut. Und dass Kinder geimpft werden, macht mich sehr traurig. Ich versuche im Vertrauen zu bleiben.
    Ich freue mich jeden Monat von Ihnen zu lesen.
    Antje

  4. Katharina sagt:

    Danke Peter! du findest die richtigen Worte. Ich bin manchmal sprachlos, was geschieht und vor allem wie die Menschen aller Bildungsklassen das befohlen einfach nicht hinterfragen.
    Ich arbeite als Shiatsu Therapeutin mit Klienten und finde die Gratwanderung von “deutlich auf die Missstände hinweisen ” und “anderer Ansichten zu tolerieren” sehr schwer. Als Missionarin will ich nicht auftreten, doch sind die Mehrzahl so sehr im Vertrauen mit der Regierung, dass ich manchmal innerlich die Krise bekomme (und genau das hilft natürlich gar nicht).
    Ich habe eine Meditationsgruppe gegründet, wo wir uns eine bessere Welt visualisieren und manifestieren, sowie unsere Intuition Schulen (mit verschiedenen Möglichkeiten).
    Das ist der Highlight der Woche und wir sind von 2 auf 15 Menschen innerhalb kürzester Zeit angewachsen. Vielleicht ist das unsere einzige Chance, über den inneren Weg in eine heilsame Zukunft zu kommen.
    Herzliche Grüße von Katharina

  5. Andrea sagt:

    Lieber Peter Hellwig,

    auch ich bin so erschüttert und beunruhigt. Ich habe das Gefühl, dass ich das, was ich täglich wahrnehme und höre, kaum ertragen kann. Ich verstehe auch nicht, warum gefühlt immer noch so wenige Menschen hinschauen wollen, wie potentiell gefährlich diese Impfung ist und dass sie es offensichtlich scharenweise kaum erwarten können, ihre Kinder endlich impfen zu lassen….
    Doch, ich verstehe es schon, wenn ich mir klarmache, dass es heftigste Angst sein muss – aber wenn so viele Menschen so viel Angst haben, dass sie quasi unbegrenzt manipulierbar sind und bereit sind, unhinterfragt alles zu tun, was ihnen gesagt wird, was bedeutet das für uns alle?
    Ich bin im Kolleginnenkreis, außer einer lieben Kollegin und Freundin, die einzige, die sich nicht hat impfen lassen und befürchte schon seit einiger Zeit, dass sich die Situation weiter zuspitzt.
    Was mache ich dann?
    Ich versuche zu vertrauen, auf das Leben, das nicht gegen uns gerichtet ist – das gelingt mir mehr oder weniger, ist jeden Tag anders.
    Ich habe mich ja für das Seminar angemeldet – ich fokussiere immer wieder darauf, dass es stattfindet, ohne Restriktionen und dass wir ein heilendes Feld erschaffen werden.
    Ich freue mich sehr auf das Seminar.

    Ganz herzlichen Gruß, in Verbundenheit

    A

  6. Thomas sagt:

    Gut zu wissen, dass im Laufe des Bestandes einer Beziehung eine Diskrepanz bei dem einen Partner zwischen dem Bild vom anderen und seinem tatsächlichen Auftreten entsteht und sich stets vergrößert. Mein Onkel möchte mit meiner Tante Paartherapie besuchen. Er hofft, dass ihm die Therapie hilft, diese Diskrepanz zwischen Vorstellung und Realität zu beseitigen.

  7. Christine sagt:

    Schuld und Scham gehören zu den niedrig schwingenden Frequenzen im menschlichen System, ähnlich wie Kummer, Ärger, Wut, Angst ua… Ich bin überzeugt davon, dass wir alle “Schatten” und jede “Dunkelheit” heilen können, wenn wir hinschauen und durchfühlen, was ist. Und somit passiert nicht nur in unserer eigenen Geschichte Heilung, sondern auch in der unserer Ahn*innen und Vorfahr*innen und die Gleichwertig- und würdigkeit von Frau und Mann darf sein.

  8. K sagt:

    Vielen Dank Peter für diese Ausführungen.
    Sehr interessante Gedanken und Hypothesen und nur der kollektive Heilungs-Gedanke gibt der Pandemie einen Sinn. Du hast das wunderbar formuliert und das resoniert bei mir.

  9. Vielen Dank für den Beitrag über Paartherapie. Meine Schwester hat Beziehungsprobleme mit ihrem langjährigen Freund und überlegt, einen Paartherapeuten zurate zu ziehen. Ich werde ihr diesen Beitrag weiterleiten, damit sie eine Entscheidung fällen kann. Interessant, dass die therapeutische Situation erlaubt, einerseits Mitgefühl für den anderen zu entwickeln oder Angst, weil die Kontrolle verloren geht.

  10. Peter sagt:

    Mein Freund hat Probleme in der Ehe aber will noch nicht aufgeben. Es ist interessant zu wissen das 50 % aller Ehen geschieden werden. Ich hoffe  das es alles bei ihm klappt und werde ihm vorschlagen eine Paartherapie zu besuchen. 

  11. An sagt:

    Lieber Peter Hellwig, ich Danke Ihnen für die ausführliche Ausführung unserer ver rückten Zeit. Ich beobachte oft wie gutgläubig intelligente Menschen sind und sich, aus meiner Sicht, täuschen lassen. Alles wird für wahr hingenommen und wenn ich frage, wen sie kennen, der C hätte, kennen sie persönlich keinen oder sie reagieren über, weil alles ganz schlimm war. Wenn ich konkret Nachfrage, was anders war als an einer Grippe, wissen sie es nicht oder es stellt sich heraus dass der Erkrankte ein Risikopatient ist. Einmal ist es mir passiert, als von einem jungen Menschen berichtet wurde, der kurz davor stand ins KH eingewiesen zu werden, dass ich mich bei der Ausführung des Krankheitsbildes schuldig gefühlt habe, weil ich nicht alles glaube was in den Medien berichtet wird. Ich weiß es ja auch nicht genau. Aber, ich habe ein Gefühl, eine Intuition, der ich vertraue.
    Leider kann ich das Video nicht sehen, weil es Privatvideo heißt. Weiß nicht wie das funktioniert.
    Mit den allerbesten Grüßen und bleiben Sie gesund. A

  12. Ulrike sagt:

    Guten Tag, ich selbst bin eher unfreiwillig in diese Situation geraten. Bin durch meine Verlustängste durchgegangen und habe echt gelitten. Dennoch weiß ich, dass es mein Leid ist. Nicht das meines Partners. Ich frage mich ist die Art von Beziehung nicht zum scheitern verurteilt? Hat der andere evtl. Bindungs- Ängste die ich wenn ich mich darauf einlassen unterstütze? Wäre es möglich eine Stunde bei Ihnen zu buchen? Wenn ja, was kostet sie?
    Mit freundlichen Grüßen Ulrike

  13. K sagt:

    Guten Tag, ich finde ihren Beitrag sehr gut.
    Meine Frage: wenn ich mich auf einer Aufstellung in eine Frau verliebe, wie kann ich damit umgehen ?
    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Grüße
    K

  14. Marcus sagt:

    Ich wollte schon immer mehr wissen über Beratung für Paare. Ich denke, das ist etwas, über das jeder mehr wissen sollte. Ich werde diesen Artikel auch mit meinem Onkel teilen. Das interessiert ihn auch.

  15. G sagt:

    Ich kenne nur die Ehetherapie als klassisches Modell. Aber ich hatte keine Ahnung, dass es Beratungen gibt, die extra auf alternative Beziehungsmodelle zugeschnitten sind. Ich denke das wäre für mich und meinen Partner auf jeden Fall interessant.

  16. Josie sagt:

    Ich bin Ihnen sehr dankbar für diese wunderbare Erklärung. Diese hat mir sehr gut geholfen, mich selber zu verstehen.

  17. An sagt:

    Ich habe mich schon vielfach mit dem Thema der Polygamie auseinander gesetzt und tatsächlich zu Zeiten in denen ich versucht war dieses in meiner Partnerschaft zu Nutznießen, darüber nachgedacht ein Buch zu dem Thema zu verfassen welches den bezeichnenden Titel “Die Monogamie in der Polygamie” erhalten hätte. Damals verfolgte ich den Ansatz das eine jede Frau welche mir Sympathie zu entlocken vermochte lediglich ein Teil des mir inne wohnenden göttlichen Prinzips Weiblichkeit darstellte, welches ich eigentlich liebte. Nachdem nunmehr einige Jahre vergangen sind, und ich selbst ebenso wie meine Partnerin die eine oder andere Exkursion durchlebt haben, stelle ich für mich inzwischen jedoch fragend fest.
    Wozu dann noch eine Partnerschaft?
    Verstehen sie mich bitte nicht falsch doch eines ist mir aufgefallen. Jedesmal wenn wir so daraus gingen um unsere Bedürfnis nach Konsum an anderen zu befriedigen, haben wir in dem jeweiligen Augenblick, die Chance verpasst unsere Beziehung in sofern konstruktiv zu verbessern, das sie uns heimelig und bequem wurde. Denn was sind Sehnsüchte anderes als Ausflüge des Egos welches sich nicht zu helfen vermag den Garten in seiner selbst geschaffenen Welt so zu gestalten das er eine verlässliche, eine nährende Größe darstellen kann?
    Ich persönlich habe zum Beispiel bemerkt, das ich dem Tempel einer gegenseitigen Beziehung so jedesmal Energie entnahm die Potentiell dazu hätte dienen können eigene Unzulänglichkeiten zu überwinden und daran zu wachsen.
    Ich hatte sogar parallel 2 Frauen die von einander wussten, ich konnte aber unmöglich beiden gerecht werden.
    Wären diese so in sich selbst ruhend gewesen, das sie sich lediglich über meinen Besuch gefreut hätten, aber ebenso gleichmütig hingenommen hätten wenn ich gegangen wäre, was hätten diese Treffen dann noch bedeutet? Wäre ich dann nicht mehr und nicht weniger gewesen als ein Swipe auf Tinder? Ein Blatt im Wind ohne Fähigkeit zu echter Bindung?
    Ich fühle mich frei wenn ich meiner Partnerin eine Exklusivität zuspreche und in Offenheit und Verbindlichkeit mit ihr kommuniziere, denn diese Sicherheit schafft Vertrauen. Wenn mir nun eine Frau begegnet auf die ich Lust habe, die eine Sehnsucht in mir schürt. Stellt sich mir persönlich die Frage was ich in meiner Beziehung verbessern kann um eben diese zusammen mit meiner Partnerin oder aber mit mir selbst zu stillen.
    Die unverbindlichkeit von Partnerschaft die heutzutage so groß geschrieben wird ist für mich tatsächlich ein Symptom für eine immer narzisstisch werdendere Gesellschaft, welche sich in seiner Hilflosigkeit so weit von ihrer Natur bzw. ihrem wahren selbst entfernt hat, das sie sich nicht anders zu helfen weiß als Angst vor Verbindlichkeiten zu entwickel und Menschen unbewusst als Egofutter zu missbrauchen um auch morgen wieder fleißig funktionieren zu können.
    Ich möchte hier jedoch zwischen einer gesunden und einer klammernden Eifersucht unterscheiden. Denn die letztere Bedarf tatsächlich einer Heilung. Die gesunde allerdings stellt sich tatsächlich einfach nur realistisch die Frage ob die bestehende Partnerschaft noch einen Sinn macht wenn der Gegenüber aus Angst vor der eigenen Leere und Langeweile, das Wiederbeleben des verhärmten Selbstes durch vermeintlich sexuell tiefe Begegnungen zu erfahren.
    In jedem Falle jedoch denke ich, das die beantwortung solcherlei Fragen, gerade zu solchen Zeiten mit Vorsicht genossen werden sollte.

  18. Hanna sagt:

    Danke für den Beitrag zu Trauerbegleitung. Die Tante einer Bekannten hat große Schwierigkeiten, nach dem Tod ihres Mannes wieder Fuß zu fassen. Ich denke, Trauerbegleitung und nachträgliche Verabschiedung würde ihr gut tun.

  19. Marcus sagt:

    Sehr gut Geschrieben. Ich arbeite auch an mir, und versuche jetzt mehr auf mich zu hören. Was auch gut funktioniert. Ich habe öfters einfach zu Sachen JA gesagt obwohl ich dagegen war.

  20. Rüdiger Otto sagt:

    Wenn vermutlich kollektives Trauma heute in vielen von uns noch gebunden ist – gibt es dann nicht auch umgekehrt die gleichsam begründete Hoffnung, das auch hohe Intelligenz und Soziale Kompetenz alter, untergegangener Völker noch in uns abrufbar schlummern? Ein schöner Gedanke

  21. B sagt:

    Hallo, mein Mann hatte eine Telefonbeziehung die ich heraus bekommen habe. Seid dem telefoniert er nicht mehr ist aber hin und her gerissen. Ich bin dir Nr. 1 und die andere Nr. 2. Und wir sind schon immer zu dritt in dieser Ehe gewesen. In seiner Phantasie. Nur ich kenne diese Frau und sie ist auch verheiratet. Soll er seine Phantasie mit ihr ausleben?

  22. Klaus sagt:

    Bin erst mal begeistert von der Erklärung.
    Wie ist das Verhalten der Frau zu verstehen. Warum erzählt sie ihre neue Verliebtheit so brühwarm ihrem Ehemann ohne die Konsequenz zu erahnen. Ihr müsste doch klar sein das,dass verletzend ist. Eine Trennung durch den Ehemann ist ihr dann wohl auch schon egal oder will sie nur ihren Spaß auf Kosten und mit Erlaubnis des Mannes. Das ein Mann durch so ein plötzlich auftretendes Eheproblem Bauchschmerzen und mehr bekommt ist doch verständlich. Ob das auf die Kindheit zurückzuführen ist……
    Wie sollte ein Mann in der oben beschriebenen Lage reagieren, um sich selbst zu schützen.
    LG Klaus

  23. Jette sagt:

    Wow ich bin begeistert von den vielen Erkenntnissen..mich hat das Thema sehr neugierig gemacht. Ich könnte den ganzen Tag weiterlesen..gibt es ein Buch zu diesem Thema?
    LG Jette

  24. Sebastian sagt:

    Sehr schön zusammengefasst. Ich bin noch auf dem Weg dorthin…