Ich suche DichEs ist schön zu leben und in dieser wundervollen, reichen Welt zu sein! Es gibt Schönheit und Liebe, aber auch Mangel, Schmerz und Kummer.

Und auch diese Themen gehören zu einem erfüllten Leben dazu. Wie könnten wir das Schöne wahrnehmen, wenn wir dazu keinen Kontrast kennen?

Dennoch wünschen wir uns natürlich mehr Liebe, mehr Freiheit und mehr Sicherheit. Wir wünschen es, versorgt zu sein, sichere Beziehungen und Arbeitsplätze, Gesundheit und Geld.

Vieles von dem, was wir uns wünschen, ist sogar schon da, doch oft können wir es nicht wirklich schätzen und annehmen. Das hängt damit zusammen, dass wir nicht nur aus einer Person bestehen; nicht nur aus einer einigen Persönlichkeit. Oft sind wir ambivalent; wir haben gleichzeitig mehrere Meinungen und können uns selbst damit kaum verstehen.

Es gibt dafür eine Erklärung: In uns wohnen verschiedene Persönlichkeitsanteile, wie zum Beispiel das Innere Kind.

Als wir ein kleines Kind waren wurden wir vielfach nicht so geliebt, gehalten, anerkannt, wie es uns zustand. Dieses Kind lebt in uns als Persönlichkeitsanteil weiter und ist oft immer noch unversorgt. In den meisten Menschen möchte es immer noch, oft unbewusst, von der Mutter (Vater) gehalten werden. In den meisten von uns gibt es den Anteil des inneren, verletzten, verlassenen, an Liebesmangel leidenden Kindes.

Daneben entwicklet sich in uns häufig die Position des liebevollen Erwachsen, der die Verantwortung für unser inneres Kind übernimmt und sich mit aller Kraft und Liebe für es entscheidet. Dieser Persönlichkeitsanteil ist derjenige, der es in der Hand hat. Nur der liebevolle erwachsene Anteil ist in der Lage, die Mangelerfahrungen des ungeliebten Kindes und damit auch das Erleben der heutigen Unzufriedenheit aufzulösen. Es kann kein anderer Mensch diese Arbeit übernehmen.

In dem Schmerz und der Angst des frühen Kindes entwickelte sich daneben der Anteil des schützenden Erwachsenen in uns. Er kann sich schlau oder dumm geben. Dieser Anteil strebt nach Sicherheit, nach Macht und Kontrolle über andere Menschen, auch über Beziehungspartner. Denn der will dafür sorgen, dass wir nie wieder verlassen oder verletzt werden.

Zum Beispiel ist ein Partner furchtbar nett und lieb, in der (unbewussten) Hoffnung, den anderen in seine Abhängigkeit zu bringen oder er gibt sich kühl und unnahbar. Es gibt andere Möglichkeiten z. B. sich attraktiv zu machen: Reize zeigen, wie z. B. kindliche, sexuelle, weibliche, männliche, geheimnisvolle usw., die andere neugierig machen.

Das Ganze läuft in der Regel viele Jahre relativ gut. Doch dann merken wir, dass wir immer wieder die gleichen Probleme in Beziehungen bekommen, sei es privat oder beruflich. Der kindliche Schutz führt dazu, dass wir uns nicht auf Unsicherheit einlassen können, ohne uns stärker bedroht zu fühlen, als wir aushalten „können“. Wir reagieren kindlich auf eine Situation, in der erwachsenes Handeln gefragt wäre.

Wir nennen diesen Anteil den lieblosen Erwachsenen, denn er erscheint vordergründig oft sehr erwachsen.

Diese Position ist die interessanteste in diesem Geflecht, da deren Vielfältigkeit und Raffinessen keine Grenzen kennt. Und das ist von mir keineswegs abwertend, sondern anerkennend gemeint. Denn dazu gehört ungeheure Kreativität, die gewürdigt werden will.

Der angenehmste Anteil in uns ist der des inneren, geliebten Kindes. Der kann neben dem unversorgten Kind durchaus schon vorkommen. In manchen Bereichen lebt das geliebte Kind schon mit all seiner Kreativität und Lust am SEIN, vielleicht in einem Beruf, der der Person wirklich Spaß macht. Vielleicht in einem Hobby, beim Basteln, beim Tanz der Musik oder in der Malerei.

Bei manchen jedoch, tritt dieser Anteil nur sehr spärlich in Erscheinung. Wenn er gar nicht auftaucht, ist es wahrscheinlich schwerer, der Gesamtperson verständlich zu machen, wie wunderschön das Ziel dieser Arbeit sein kann.

Die Persönlichkeitsanteile kommen nur selten in Reinform vor. Gerade das macht es so schwierig, diese auseinander zu halten. Oft scheint das verletzte Kind durch den Erwachsenen deutlich hindurch nach außen. Ebenso oft kann man den verletzten Anteil nur dadurch erahnen, dass man gar nicht glauben kann, dass es einem Menschen so gut geht, wie er immer tut. Bei anderen merkt man sehr schnell, dass die verletzliche Seite völlig zugedeckt ist. Es ist wichtig, dass der liebevolle Anteil Unterstützung in seinen Bemühungen bekommt. Dazu sind therapeutische Hilfen, Selbsthilfegruppen und manchmal auch gute Freunde sinnvoll und oft nötig.

Der erste Schritt in der Arbeit ist die Hinwendung zur inneren Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Dieser erfordert den Mut, sich seine Unzulänglichkeiten und Kompensationsmuster, welche die Angst vor Kontrollverlust überdecken, immer mehr anzuschauen und sich selbst und dem Therapeuten gegenüber zuzugeben, dass es so ist.

„Ja, so mache ich es, es gefällt mir nicht, doch ich bin so!“

Das hört sich vielleicht ganz einfach an. Doch denken Sie einmal an eine Unart von Ihnen, die Sie auf den Tod nicht ausstehen können. Vielleicht sind Sie unheimlich eifersüchtig oder stopfen sich heimlich mit Süßem voll, sie trinken heimlich; oder Sie merken, dass Sie computer-, spiel- oder fernsehsüchtig (auch die Süchte sind unendlich vielseitig) sind. All das tun Sie dann, um den unangenehmen Gefühlen des inneren, verletzten Kindes zu entgehen. Sie wollen diese Gefühle nicht spüren. So ist es.

Und es fühlt sich nicht gut an. Ja, so fühlt sich ihr inneres, verlassenes Kind. Das ist kein moralischer Vorwurf, sondern einfach eine Feststellung.

Nun könnten Sie ja sagen: „Gut, jetzt weiß ich es, aber ich lebe doch ganz gut. Eigentlich geht es mir doch im Vergleich zu anderen Menschen sehr gut. Es gibt viel schlimmeres Leid auf der Erde. Meine kleinen Probleme behandele ich so wie bisher. Also lebe ich weiter wie bisher!“ – Da Sie aber diesen Text bis hierher gelesen haben, gibt es eine andere Seite in Ihnen. Und das ist gut so.

Man kann als Therapeut nur mit Menschen arbeiten, die zumindest den Wunsch haben, etwas verändern zu wollen. Meistens können sie es nicht allein. Sehr oft sind sie lange Zeit ambivalent. Sie wollen auf der einen Seite Veränderung und auf der anderen fürchten sie die Übernahme von Selbstverantwortung oder dafür etwas ihnen Wichtiges aufgeben zu müssen.

Das ist völlig in Ordnung. – Das ist Üben, Training! Und es geht hier in erster Linie um Lernen. Lernen in seiner wichtigsten und Gewinn bringensten Form.

Sie spüren den Druck des Unwohlseins, der wächst? Vielleicht „funktioniert“ es in der Beziehung nicht mehr so gut. Vielleicht klappt es auch mit den Kindern oder dem Beruf nicht richtig. Vieles ist irgendwie nicht befriedigend. Sie fühlen sich einsam, es gibt kaum mehr das Gefühl, das irgendein Mensch sie wirklich verstehen könnte. Die ursprüngliche Idee, jetzt viel zu tun und später dann das Leben genießen, greift auch nicht mehr. Denn jetzt ist ja schon „später“, aus der früheren Sicht betrachtet. Und das VIEL TUN bezog sich auch noch darauf, einen Kompensationssicherungsapparat zu bauen. Die Energie ging also dahin, den Zustand, der sowieso immer irgendwie unbefriedigend und wackelig war, bei dem das Wackeln sich aber sich aber zunächst noch in Grenzen hielt, mit (immer mehr) Anstrengung zu sichern.

Manche Menschen suchen sich immer wieder Therapeuten, bei denen sie innerlich von vorn herein wissen, „der kann mir nicht gefährlich werden; die oder den werde ich immer unter Kontrolle behalten können; die lasse ich gar nicht an mich heran.“ Oder sie beenden die Therapie, wenn die therapeutische Beziehung gerade anfängt, spannend zu werden.

Und ohne ein gewisses Vorschussvertrauen geht es auch nicht. Oft entsteht dieses nur durch einen größeren Leidensdruck. Dennoch, es gibt auf dem Lebensweg noch einiges an Lebendigkeit, an Liebe und Freude zu entdecken. Und genau diese kann man gewinnen, in der Arbeit mit dem inneren Kind. Sie gibt mehr Vertrauen in sich selbst und in die Welt.

Und vor allem gewinnt man wirkliche Freiheit. Eine Freiheit, in der man nicht herum geschoben wird, sondern selbst bestimmt. Der Preis dafür ist, dass wir von bestimmten, lieb gewonnenen Krücken loslassen müssen.

Zum Beispiel der Krücke, die darin besteht, dass ich so tue, als wäre ich nicht in der Lage, für mich selbst zu sorgen. Ich bin 30, 40, 50 Jahre alt und habe damit ja wohl bewiesen, dass ich leben kann. Vielleicht war mein Leben bisher nicht mit Glück beseelt, doch ich habe überlebt. Als Kind oft durch bestimmte kreative Schutzmuster.

Diese Kreativität ist immer noch da und oft ungenutzt. Sie ist die Kreativität des geliebten Kindes. Das heißt, wenn es gelingt, das innere Kind wieder lieb zu gewinnen, steht dem Glück nichts im Wege. Die Schutzmuster sind nur für uns als kleines Kind wichtig gewesen, dass wir einmal waren. Dennoch fällt es oft schwer, diese loszulassen. Und selbst dazu muss man sie zuerst einmal erkennen.

Dennoch ist auch dieser Weg nicht einfach. Es gibt Schmerz und Tränen, die nach außen wollen. Das innere ungeliebte Kind hat wahrscheinlich viel Trauer in sich, welche ausgedrückt werden will. Liebevolle und verständnisvolle Begleitung ist deshalb so notwendig (weil die Not gewendet werden will) und so schön. Man kann sich Trost und Zuversicht holen und die zum Wachstum herausfordernde Unterstützung.

Wie oben bereits erwähnt, braucht man für diese Aufgabe anfangs einen sicheren Raum und vertrauensvolle Begleiter.

Es geht darum, die verschiedenen Teile der eigenen Person leben zu lassen und zu würdigen.

Der schützende Anteil lebt in allerlei Verkleidungen. Es gilt sie zu erkennen und ihnen nicht mehr zu folgen. Daraus entwickelt sich Vertrauen in die Welt und das ist die Voraussetzung für Beziehungen in Liebe und Lebendigkeit.

Peter Hellwig

Hinweis auf einen Vortrag von Prof. Dr. Ruppert, der dieses Thema aus psychologischer Sicht betrachtet, wie ich finde, sehr gut und einleuchtend beschrieben. Link Vortrag Ruppert.

Link zum Thema Eifersucht!

Ich suche Dich

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Mit dem Absenden Ihres Kommentars akzeptieren Sie die Nutzungsbedingungen.

Ihr Kommentar wird schnellstmöglich freigeschaltet, bitte haben Sie etwas Geduld.

Kommentare

  1. Judith sagt:

    Danke Herr Hellwig. Aus meiner Wut, meinem Unverständnis der übermächtigen Machtdemonstration seitens Politik, dem schüren der Spaltung der Menschen, ist nach dem Lesen Ihres Berichts tiefste gefühlte Trauer ans Tageslicht gekommen. Und ich spüre, dass ich so in Kontakt mit mir und dem Kollektiv kommen und vorsichtige Schritte in Richtung heil werden gehen kann.

  2. K sagt:

    Danke, Peter dafür, dass du deine Idee, Vermutung und These teilst.
    Ich habe meinem Mann laut den Text vorgelesen. Bei dem Satz “wir schämen uns”, sind mir spontan die Tränen heruntergelaufen.
    Mir kam eine Situation, die sich vor 20 Jahren ereignet. In einem Seminar mit internationalen Teilnehmern, erzählte eine jüdisch abstammende Britin, ihre Lebensgeschichte. Unter anderem, dass Ihre Eltern in Deutschland lebten und in der Nazi Zeit deportiert wurden…..sie wuchs dann bei einer Tante in GB auf. Als ich als nächstes an der Reihe war, brach ich in Tränen aus uns sagte “Ich schäme mich, Deutsche zu sein”…..eben diesen Satz….
    Dieser Moment war so präsent heute morgen beim Lesen des Artikeks, dass ich vermute, die These von Peter mag stimmen.
    Mögen wir heilen.
    Grüße von K

  3. Antje sagt:

    Hallo Peter,
    Vielen lieben Dank für die offenen und ehrlichen Worte und Gedanken über die momentanen Zustände in unserem Land. Ich teile Ihre Gedanken. Oftmals bin ich wütend und weiß dann nicht wohin mit meiner Wut. Und dass Kinder geimpft werden, macht mich sehr traurig. Ich versuche im Vertrauen zu bleiben.
    Ich freue mich jeden Monat von Ihnen zu lesen.
    Antje

  4. Katharina sagt:

    Danke Peter! du findest die richtigen Worte. Ich bin manchmal sprachlos, was geschieht und vor allem wie die Menschen aller Bildungsklassen das befohlen einfach nicht hinterfragen.
    Ich arbeite als Shiatsu Therapeutin mit Klienten und finde die Gratwanderung von “deutlich auf die Missstände hinweisen ” und “anderer Ansichten zu tolerieren” sehr schwer. Als Missionarin will ich nicht auftreten, doch sind die Mehrzahl so sehr im Vertrauen mit der Regierung, dass ich manchmal innerlich die Krise bekomme (und genau das hilft natürlich gar nicht).
    Ich habe eine Meditationsgruppe gegründet, wo wir uns eine bessere Welt visualisieren und manifestieren, sowie unsere Intuition Schulen (mit verschiedenen Möglichkeiten).
    Das ist der Highlight der Woche und wir sind von 2 auf 15 Menschen innerhalb kürzester Zeit angewachsen. Vielleicht ist das unsere einzige Chance, über den inneren Weg in eine heilsame Zukunft zu kommen.
    Herzliche Grüße von Katharina

  5. Andrea sagt:

    Lieber Peter Hellwig,

    auch ich bin so erschüttert und beunruhigt. Ich habe das Gefühl, dass ich das, was ich täglich wahrnehme und höre, kaum ertragen kann. Ich verstehe auch nicht, warum gefühlt immer noch so wenige Menschen hinschauen wollen, wie potentiell gefährlich diese Impfung ist und dass sie es offensichtlich scharenweise kaum erwarten können, ihre Kinder endlich impfen zu lassen….
    Doch, ich verstehe es schon, wenn ich mir klarmache, dass es heftigste Angst sein muss – aber wenn so viele Menschen so viel Angst haben, dass sie quasi unbegrenzt manipulierbar sind und bereit sind, unhinterfragt alles zu tun, was ihnen gesagt wird, was bedeutet das für uns alle?
    Ich bin im Kolleginnenkreis, außer einer lieben Kollegin und Freundin, die einzige, die sich nicht hat impfen lassen und befürchte schon seit einiger Zeit, dass sich die Situation weiter zuspitzt.
    Was mache ich dann?
    Ich versuche zu vertrauen, auf das Leben, das nicht gegen uns gerichtet ist – das gelingt mir mehr oder weniger, ist jeden Tag anders.
    Ich habe mich ja für das Seminar angemeldet – ich fokussiere immer wieder darauf, dass es stattfindet, ohne Restriktionen und dass wir ein heilendes Feld erschaffen werden.
    Ich freue mich sehr auf das Seminar.

    Ganz herzlichen Gruß, in Verbundenheit

    A

  6. Thomas sagt:

    Gut zu wissen, dass im Laufe des Bestandes einer Beziehung eine Diskrepanz bei dem einen Partner zwischen dem Bild vom anderen und seinem tatsächlichen Auftreten entsteht und sich stets vergrößert. Mein Onkel möchte mit meiner Tante Paartherapie besuchen. Er hofft, dass ihm die Therapie hilft, diese Diskrepanz zwischen Vorstellung und Realität zu beseitigen.

  7. Christine sagt:

    Schuld und Scham gehören zu den niedrig schwingenden Frequenzen im menschlichen System, ähnlich wie Kummer, Ärger, Wut, Angst ua… Ich bin überzeugt davon, dass wir alle “Schatten” und jede “Dunkelheit” heilen können, wenn wir hinschauen und durchfühlen, was ist. Und somit passiert nicht nur in unserer eigenen Geschichte Heilung, sondern auch in der unserer Ahn*innen und Vorfahr*innen und die Gleichwertig- und würdigkeit von Frau und Mann darf sein.

  8. K sagt:

    Vielen Dank Peter für diese Ausführungen.
    Sehr interessante Gedanken und Hypothesen und nur der kollektive Heilungs-Gedanke gibt der Pandemie einen Sinn. Du hast das wunderbar formuliert und das resoniert bei mir.

  9. Vielen Dank für den Beitrag über Paartherapie. Meine Schwester hat Beziehungsprobleme mit ihrem langjährigen Freund und überlegt, einen Paartherapeuten zurate zu ziehen. Ich werde ihr diesen Beitrag weiterleiten, damit sie eine Entscheidung fällen kann. Interessant, dass die therapeutische Situation erlaubt, einerseits Mitgefühl für den anderen zu entwickeln oder Angst, weil die Kontrolle verloren geht.

  10. Peter sagt:

    Mein Freund hat Probleme in der Ehe aber will noch nicht aufgeben. Es ist interessant zu wissen das 50 % aller Ehen geschieden werden. Ich hoffe  das es alles bei ihm klappt und werde ihm vorschlagen eine Paartherapie zu besuchen. 

  11. An sagt:

    Lieber Peter Hellwig, ich Danke Ihnen für die ausführliche Ausführung unserer ver rückten Zeit. Ich beobachte oft wie gutgläubig intelligente Menschen sind und sich, aus meiner Sicht, täuschen lassen. Alles wird für wahr hingenommen und wenn ich frage, wen sie kennen, der C hätte, kennen sie persönlich keinen oder sie reagieren über, weil alles ganz schlimm war. Wenn ich konkret Nachfrage, was anders war als an einer Grippe, wissen sie es nicht oder es stellt sich heraus dass der Erkrankte ein Risikopatient ist. Einmal ist es mir passiert, als von einem jungen Menschen berichtet wurde, der kurz davor stand ins KH eingewiesen zu werden, dass ich mich bei der Ausführung des Krankheitsbildes schuldig gefühlt habe, weil ich nicht alles glaube was in den Medien berichtet wird. Ich weiß es ja auch nicht genau. Aber, ich habe ein Gefühl, eine Intuition, der ich vertraue.
    Leider kann ich das Video nicht sehen, weil es Privatvideo heißt. Weiß nicht wie das funktioniert.
    Mit den allerbesten Grüßen und bleiben Sie gesund. A

  12. Ulrike sagt:

    Guten Tag, ich selbst bin eher unfreiwillig in diese Situation geraten. Bin durch meine Verlustängste durchgegangen und habe echt gelitten. Dennoch weiß ich, dass es mein Leid ist. Nicht das meines Partners. Ich frage mich ist die Art von Beziehung nicht zum scheitern verurteilt? Hat der andere evtl. Bindungs- Ängste die ich wenn ich mich darauf einlassen unterstütze? Wäre es möglich eine Stunde bei Ihnen zu buchen? Wenn ja, was kostet sie?
    Mit freundlichen Grüßen Ulrike

  13. K sagt:

    Guten Tag, ich finde ihren Beitrag sehr gut.
    Meine Frage: wenn ich mich auf einer Aufstellung in eine Frau verliebe, wie kann ich damit umgehen ?
    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Grüße
    K

  14. Marcus sagt:

    Ich wollte schon immer mehr wissen über Beratung für Paare. Ich denke, das ist etwas, über das jeder mehr wissen sollte. Ich werde diesen Artikel auch mit meinem Onkel teilen. Das interessiert ihn auch.

  15. G sagt:

    Ich kenne nur die Ehetherapie als klassisches Modell. Aber ich hatte keine Ahnung, dass es Beratungen gibt, die extra auf alternative Beziehungsmodelle zugeschnitten sind. Ich denke das wäre für mich und meinen Partner auf jeden Fall interessant.

  16. Josie sagt:

    Ich bin Ihnen sehr dankbar für diese wunderbare Erklärung. Diese hat mir sehr gut geholfen, mich selber zu verstehen.

  17. An sagt:

    Ich habe mich schon vielfach mit dem Thema der Polygamie auseinander gesetzt und tatsächlich zu Zeiten in denen ich versucht war dieses in meiner Partnerschaft zu Nutznießen, darüber nachgedacht ein Buch zu dem Thema zu verfassen welches den bezeichnenden Titel “Die Monogamie in der Polygamie” erhalten hätte. Damals verfolgte ich den Ansatz das eine jede Frau welche mir Sympathie zu entlocken vermochte lediglich ein Teil des mir inne wohnenden göttlichen Prinzips Weiblichkeit darstellte, welches ich eigentlich liebte. Nachdem nunmehr einige Jahre vergangen sind, und ich selbst ebenso wie meine Partnerin die eine oder andere Exkursion durchlebt haben, stelle ich für mich inzwischen jedoch fragend fest.
    Wozu dann noch eine Partnerschaft?
    Verstehen sie mich bitte nicht falsch doch eines ist mir aufgefallen. Jedesmal wenn wir so daraus gingen um unsere Bedürfnis nach Konsum an anderen zu befriedigen, haben wir in dem jeweiligen Augenblick, die Chance verpasst unsere Beziehung in sofern konstruktiv zu verbessern, das sie uns heimelig und bequem wurde. Denn was sind Sehnsüchte anderes als Ausflüge des Egos welches sich nicht zu helfen vermag den Garten in seiner selbst geschaffenen Welt so zu gestalten das er eine verlässliche, eine nährende Größe darstellen kann?
    Ich persönlich habe zum Beispiel bemerkt, das ich dem Tempel einer gegenseitigen Beziehung so jedesmal Energie entnahm die Potentiell dazu hätte dienen können eigene Unzulänglichkeiten zu überwinden und daran zu wachsen.
    Ich hatte sogar parallel 2 Frauen die von einander wussten, ich konnte aber unmöglich beiden gerecht werden.
    Wären diese so in sich selbst ruhend gewesen, das sie sich lediglich über meinen Besuch gefreut hätten, aber ebenso gleichmütig hingenommen hätten wenn ich gegangen wäre, was hätten diese Treffen dann noch bedeutet? Wäre ich dann nicht mehr und nicht weniger gewesen als ein Swipe auf Tinder? Ein Blatt im Wind ohne Fähigkeit zu echter Bindung?
    Ich fühle mich frei wenn ich meiner Partnerin eine Exklusivität zuspreche und in Offenheit und Verbindlichkeit mit ihr kommuniziere, denn diese Sicherheit schafft Vertrauen. Wenn mir nun eine Frau begegnet auf die ich Lust habe, die eine Sehnsucht in mir schürt. Stellt sich mir persönlich die Frage was ich in meiner Beziehung verbessern kann um eben diese zusammen mit meiner Partnerin oder aber mit mir selbst zu stillen.
    Die unverbindlichkeit von Partnerschaft die heutzutage so groß geschrieben wird ist für mich tatsächlich ein Symptom für eine immer narzisstisch werdendere Gesellschaft, welche sich in seiner Hilflosigkeit so weit von ihrer Natur bzw. ihrem wahren selbst entfernt hat, das sie sich nicht anders zu helfen weiß als Angst vor Verbindlichkeiten zu entwickel und Menschen unbewusst als Egofutter zu missbrauchen um auch morgen wieder fleißig funktionieren zu können.
    Ich möchte hier jedoch zwischen einer gesunden und einer klammernden Eifersucht unterscheiden. Denn die letztere Bedarf tatsächlich einer Heilung. Die gesunde allerdings stellt sich tatsächlich einfach nur realistisch die Frage ob die bestehende Partnerschaft noch einen Sinn macht wenn der Gegenüber aus Angst vor der eigenen Leere und Langeweile, das Wiederbeleben des verhärmten Selbstes durch vermeintlich sexuell tiefe Begegnungen zu erfahren.
    In jedem Falle jedoch denke ich, das die beantwortung solcherlei Fragen, gerade zu solchen Zeiten mit Vorsicht genossen werden sollte.

  18. Hanna sagt:

    Danke für den Beitrag zu Trauerbegleitung. Die Tante einer Bekannten hat große Schwierigkeiten, nach dem Tod ihres Mannes wieder Fuß zu fassen. Ich denke, Trauerbegleitung und nachträgliche Verabschiedung würde ihr gut tun.

  19. Marcus sagt:

    Sehr gut Geschrieben. Ich arbeite auch an mir, und versuche jetzt mehr auf mich zu hören. Was auch gut funktioniert. Ich habe öfters einfach zu Sachen JA gesagt obwohl ich dagegen war.

  20. Rüdiger Otto sagt:

    Wenn vermutlich kollektives Trauma heute in vielen von uns noch gebunden ist – gibt es dann nicht auch umgekehrt die gleichsam begründete Hoffnung, das auch hohe Intelligenz und Soziale Kompetenz alter, untergegangener Völker noch in uns abrufbar schlummern? Ein schöner Gedanke

  21. B sagt:

    Hallo, mein Mann hatte eine Telefonbeziehung die ich heraus bekommen habe. Seid dem telefoniert er nicht mehr ist aber hin und her gerissen. Ich bin dir Nr. 1 und die andere Nr. 2. Und wir sind schon immer zu dritt in dieser Ehe gewesen. In seiner Phantasie. Nur ich kenne diese Frau und sie ist auch verheiratet. Soll er seine Phantasie mit ihr ausleben?

  22. Klaus sagt:

    Bin erst mal begeistert von der Erklärung.
    Wie ist das Verhalten der Frau zu verstehen. Warum erzählt sie ihre neue Verliebtheit so brühwarm ihrem Ehemann ohne die Konsequenz zu erahnen. Ihr müsste doch klar sein das,dass verletzend ist. Eine Trennung durch den Ehemann ist ihr dann wohl auch schon egal oder will sie nur ihren Spaß auf Kosten und mit Erlaubnis des Mannes. Das ein Mann durch so ein plötzlich auftretendes Eheproblem Bauchschmerzen und mehr bekommt ist doch verständlich. Ob das auf die Kindheit zurückzuführen ist……
    Wie sollte ein Mann in der oben beschriebenen Lage reagieren, um sich selbst zu schützen.
    LG Klaus

  23. Jette sagt:

    Wow ich bin begeistert von den vielen Erkenntnissen..mich hat das Thema sehr neugierig gemacht. Ich könnte den ganzen Tag weiterlesen..gibt es ein Buch zu diesem Thema?
    LG Jette

  24. Sebastian sagt:

    Sehr schön zusammengefasst. Ich bin noch auf dem Weg dorthin…