Ich spreche im Folgenden der Einfachheit halber von mir selbst als Betroffenen und beschreibe daneben, welche Mechanismen im Menschen ablaufen können.

Ich, ein Mann mit 49 Jahren, in Beziehung mit einer wunderbaren Frau, erfahre gerade von ihr, dass sie einen anderen Mann kennen gelernt hat, den sie sehr mag.

In mir gibt es augenblicklich heftige Reaktionen. Mein Herz schlägt wie verrückt. Ich kann mich kaum konzentrieren, sie weiterhin zu verstehen. Sie spricht darüber, dass sie sich vorstellen kann, mit ihm sogar mehr zu haben, als nur eine gute Freundschaft.

Meine Gedanken überschlagen sich und ich beginne zu schwitzen:

Der ängstliche Persönlichkeitsanteil in mir denkt:

Was meint sie damit? Will sie mich verlassen? Oder will sie mit ihm schlafen und auch mit mir zusammen bleiben? Genüge ich ihr nicht mehr? Habe ich nicht genug getan?

Ich hätte doch öfter mal das Bad und die Küche sauber machen sollen? War ich achtsam genug in der Beziehung? Vielleicht habe ich beim Sex doch nur zu sehr auf meine schnelle Befriedigung geachtet? Hat sie mir vielleicht immer nur etwas vorgemacht? Ich habe in letzter Zeit nicht soviel Energie in meine körperliche Fitness gelegt, rächt sich das jetzt ….?

Was ist passiert?

Der sich frei fühlende Persönlichkeitsanteil in mir denkt:

Sie, meine von mir geliebte, wunderbare Frau hat mit einem anderen Menschen Kontakt aufgenommen und sie mag ihn. Es tut ihr offenbar gut, diesen anderen Mann kennen gelernt zu haben. Sie fühlt sich wohl mit ihm.
S i e   f ü h l t   s i c h    w o h l !

Der innere Dialog geht weiter.

Der freie Anteil in mir: Ja, will ich denn nicht, dass sie sich wohl fühlt?

Der Ängstliche in mir: Schon, aber sie soll sich mit mir wohl fühlen!

Der Freie: Aber ich wollte doch immer, dass sie glücklich ist. Wieso kann ich denn nicht akzeptieren, dass sie (auch) mit diesem anderen glücklich ist?

Der Ängstliche: Sie darf nur mit mir glücklich sein!

Der Freie: Was ist das für eine Aussage? Kann man denn Liebe oder Glück eingrenzen auf bestimmte Menschen oder Situationen? Können an Liebe Bedingungen geknüpft sein?

Nach dem Motto: Ich liebe dich nur, wenn Du dich so oder so einschränkst?

Der Ängstliche: Sie hat mir doch versprochen, immer mit mir zusammen zu bleiben! Ich bin doch besonders für sie. Sie ist doch meine Einzige, Einzigartige. Wie kann sie denn das jetzt so beschmutzen?

Der Freie: Wie sagte schon Erich Fried in seinem schönen Gedicht: „Liebe ist ein Kind der Freiheit …“

Ohne Freiheit gibt es keine Liebe.

Also liebe ich sie gar nicht, denn ich empfinde gerade nicht die Bedingungslosigkeit, die die Liebe wirklich zur Liebe macht. Was ich empfinde ist nur Abhängigkeit. War das denn immer so?

Gab es überhaupt wirkliche Liebe zwischen uns, oder nur verschleierte Abhängigkeit?

Als ich sie weiter anhöre, erfahre ich, dass sie mich immer noch genau so liebt, doch den anderen mag sie auch.

Der Ängstliche: Wie geht denn das? Kann man denn gleichzeitig mehrere Menschen lieben? Ich will aber wichtiger für Dich sein!

Ich denke über die Situation nach und merke, dass ich ihr oder dem Kerl an die Gurgel gehen könnte. Was soll das? Hat sie mich bisher immer nur verarscht?

So, oder ähnlich könnte die Reaktion eines Menschen sein, der eine solche Mitteilung plötzlich erfährt.

Wie kommt es, dass wir nicht wirklich wollen, dass unsere Partnerin oder unser Partner glücklich ist? Wieso stellen wir die Bedingung, dass er das nur mit uns sein darf? Das ist doch verrückt, oder?

Wenn wir gerade nicht in der Situation sind, von Eifersucht geplagt zu sein, können wir vermutlich beide beschriebenen Seiten verstehen. Einerseits bin ich total von der Rolle, im Mangel, wütend, hilflos, fühle mich wertlos, verlassen – und auf der anderen Seite frage ich mich, „wieso soll ein Mensch, den ich liebe, nicht glücklich sein dürfen mit seinen Vorstellungen vom Leben?“

Ich könnte gleich wieder  mit dem Ängstlichen einsteigen: „Natürlich soll sie glücklich sein, aber doch mit mir; das hat sie mir doch versprochen!“

Worum geht es?

Es sind zwei Seelen in meiner Brust! Eine Seite sagt dieses, die andere das.

Schauen wir mal, wie das entstanden ist:

Ein Kind wird geboren! Es geht, gemäß der natürlichen Säugetiergesetze davon aus, dass es naturgemäß versorgt wird. Es wird am Körper getragen werden, kann an der Brust saugen, wenn es Hunger hat, spürt den Herzschlag und die Wärme der Mutter. Es fühlt sich sicher und geborgen und bleibt es auch, bis es Lust hat, sich von der Mutter zu entfernen. Es geht spielen, die Umwelt erforschen und kommt zurück.

Das Kind geht gemäß der Naturgesetze, die biologisch in den Genen seit Äonen verankert sind, davon aus, dass es selbst für die Mutter einzigartig ist, dass sie alles tun wird, was in ihrer Macht steht, um es komplett zu versorgen und ihm kein Schaden noch Mangel entsteht. Das Kind weiß, dass es absolut besonders ist und dass seine natürliche Erwartung einfach erfüllt wird. Daran gibt es keinen Zweifel.

Gibt es das noch in unserer heutigen kulturellen Situation?

Kennen Sie Kinder, die diese naturgemäße Erfahrung machen durften?

Es gibt sie kaum! Alle haben wir die Erfahrung der Enttäuschung gemacht und bis heute weitgehend nicht gelöst. Was geht in einem Kind vor, welches so enttäuscht wurde und immer wieder so enttäuscht wird, bis ins hohe Alter?

Immer wieder wiederholt das Kind in uns die gleiche Situation: Es sucht sich Gelegenheiten, in denen es erfahren will, voll und ganz angenommen zu werden! Und – was passiert? Das gleiche, wie immer: Es erfährt, dass es doch nicht bedingungslos angenommen wird, so wie es ist.

So geht es nun auch mir – oder besser gesagt, dem Anteil in mir, der immer noch die Erwartung der Erfüllung des Naturgesetzes ersehnt! Das unversorgte Kind gibt es immer noch in mir. Es ist als Erwachsener getarnt. Es fällt meistens nicht auf und zeitweise ist es auch schon gut versorgt und dann bin ich wirklich erwachsen. Doch wenn durch die besonderen Umstände das alte Muster, die alte Erfahrung wieder reaktiviert wird, dann gibt es meist nur noch das verlassene Kind in mir und das schlägt mit Fug und Recht um sich. Denn jetzt kann es sich (scheinbar) wehren, damals war es nur hilflos ausgeliefert und hat allerlei Kompensationsmuster entwickelt, um den Schmerz des hilflos Ausgeliefertseins, nicht länger ertragen zu müssen.

Es hatte sich seiner Gefühle von Trauer und Schmerz entledigt oder zumindest weitgehend abgespalten und reagiert heute scheinbar erwachsen.

Doch der Schein trügt. Wir sind alles andere als erwachsen, wenn wir dem anderen keine Freiheit lassen. Sind wir erwachsen, wenn wir glauben, es nicht aushalten zu können, wenn unser Partner uns verlässt? Sind wir erwachsen, wenn wir deshalb in Panik geraten, weil er oder sie mit jemand anderen angeregt spricht und dabei nett lächelt?

Nein, wir sind es nicht!

Es ist das unversorgte Kind in uns, dass sich bedroht fühlt, nicht der Erwachsene. Der Erwachsene würde klar auftreten. Der fühlt keine existenzielle Abhängigkeit, so wie das Kind sie fühlt. Wie sich das Kind natürlicherweise fühlte, wenn es als Säugling verlassen würde. Denn dann wäre es vom Tod bedroht – und was könnte existenzieller sein?

Das Kleinkind hat also einen Anspruch auf Exklusivität; der Säugling will ganz und gar wichtigste Person im Leben der Mutter sein – so hat es die Natur eingerichtet. Und wenn diese Erwartung nicht erfüllt wird, harren wir ihrer Befriedigung bis ins hohe Alter, nicht selten bis zum Tod.

Können wir diese Zusammenhänge in aller Tiefe der Bedeutung erkennen?

Es gibt auch hier keine Lösung für die Situation! Jedoch gibt es Erkennen! Das Erkennen macht klar, dass dieser Augenblick, in dem meine Partnerin mir erzählt, dass sie sich in jemand anderen verliebt hat, mich nicht existenziell bedroht.

Ich bin erwachsen; ich kann mich selbst versorgen, mache es schon seit vielen Jahren. Viele schwierige Zeiten habe ich mehr oder weniger gut überstanden. Mein Überleben ist zum einen gesichert und andererseits will sie mich doch gar nicht verlassen, also woher kommt die existenzielle Angstreaktion, wenn nicht vom inneren Kind?

In mir taucht wieder der Exklusivitätsanspruch (des Neugeborenen) auf. Der führt beim scheinbar erwachsenen Menschen zum Todstellen, Kampfreaktion oder zum Weglaufen.

Kann ich das zulassen und erkennen?

Ich schaue es mir so lange an, bis ich die tiefe Wahrheit, die darin liegt, wirklich annehmen kann.

Oft schaffen wir das nicht allein. Wir brauchen eine Begleitung, die nicht in den üblichen Konventionen verhaftet ist und viele Denkmöglichkeiten zulässt, um hier den nächsten Schritt in die eigene Freiheit und Selbstliebe zu tun.

Peter Hellwig

Artikel zum Thema Angst!

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Kommentare

  1. Judith sagt:

    Danke Herr Hellwig. Aus meiner Wut, meinem Unverständnis der übermächtigen Machtdemonstration seitens Politik, dem schüren der Spaltung der Menschen, ist nach dem Lesen Ihres Berichts tiefste gefühlte Trauer ans Tageslicht gekommen. Und ich spüre, dass ich so in Kontakt mit mir und dem Kollektiv kommen und vorsichtige Schritte in Richtung heil werden gehen kann.

  2. K sagt:

    Danke, Peter dafür, dass du deine Idee, Vermutung und These teilst.
    Ich habe meinem Mann laut den Text vorgelesen. Bei dem Satz „wir schämen uns“, sind mir spontan die Tränen heruntergelaufen.
    Mir kam eine Situation, die sich vor 20 Jahren ereignet. In einem Seminar mit internationalen Teilnehmern, erzählte eine jüdisch abstammende Britin, ihre Lebensgeschichte. Unter anderem, dass Ihre Eltern in Deutschland lebten und in der Nazi Zeit deportiert wurden…..sie wuchs dann bei einer Tante in GB auf. Als ich als nächstes an der Reihe war, brach ich in Tränen aus uns sagte „Ich schäme mich, Deutsche zu sein“…..eben diesen Satz….
    Dieser Moment war so präsent heute morgen beim Lesen des Artikeks, dass ich vermute, die These von Peter mag stimmen.
    Mögen wir heilen.
    Grüße von K

  3. Antje sagt:

    Hallo Peter,
    Vielen lieben Dank für die offenen und ehrlichen Worte und Gedanken über die momentanen Zustände in unserem Land. Ich teile Ihre Gedanken. Oftmals bin ich wütend und weiß dann nicht wohin mit meiner Wut. Und dass Kinder geimpft werden, macht mich sehr traurig. Ich versuche im Vertrauen zu bleiben.
    Ich freue mich jeden Monat von Ihnen zu lesen.
    Antje

  4. Katharina sagt:

    Danke Peter! du findest die richtigen Worte. Ich bin manchmal sprachlos, was geschieht und vor allem wie die Menschen aller Bildungsklassen das befohlen einfach nicht hinterfragen.
    Ich arbeite als Shiatsu Therapeutin mit Klienten und finde die Gratwanderung von „deutlich auf die Missstände hinweisen “ und „anderer Ansichten zu tolerieren“ sehr schwer. Als Missionarin will ich nicht auftreten, doch sind die Mehrzahl so sehr im Vertrauen mit der Regierung, dass ich manchmal innerlich die Krise bekomme (und genau das hilft natürlich gar nicht).
    Ich habe eine Meditationsgruppe gegründet, wo wir uns eine bessere Welt visualisieren und manifestieren, sowie unsere Intuition Schulen (mit verschiedenen Möglichkeiten).
    Das ist der Highlight der Woche und wir sind von 2 auf 15 Menschen innerhalb kürzester Zeit angewachsen. Vielleicht ist das unsere einzige Chance, über den inneren Weg in eine heilsame Zukunft zu kommen.
    Herzliche Grüße von Katharina

  5. Andrea sagt:

    Lieber Peter Hellwig,

    auch ich bin so erschüttert und beunruhigt. Ich habe das Gefühl, dass ich das, was ich täglich wahrnehme und höre, kaum ertragen kann. Ich verstehe auch nicht, warum gefühlt immer noch so wenige Menschen hinschauen wollen, wie potentiell gefährlich diese Impfung ist und dass sie es offensichtlich scharenweise kaum erwarten können, ihre Kinder endlich impfen zu lassen….
    Doch, ich verstehe es schon, wenn ich mir klarmache, dass es heftigste Angst sein muss – aber wenn so viele Menschen so viel Angst haben, dass sie quasi unbegrenzt manipulierbar sind und bereit sind, unhinterfragt alles zu tun, was ihnen gesagt wird, was bedeutet das für uns alle?
    Ich bin im Kolleginnenkreis, außer einer lieben Kollegin und Freundin, die einzige, die sich nicht hat impfen lassen und befürchte schon seit einiger Zeit, dass sich die Situation weiter zuspitzt.
    Was mache ich dann?
    Ich versuche zu vertrauen, auf das Leben, das nicht gegen uns gerichtet ist – das gelingt mir mehr oder weniger, ist jeden Tag anders.
    Ich habe mich ja für das Seminar angemeldet – ich fokussiere immer wieder darauf, dass es stattfindet, ohne Restriktionen und dass wir ein heilendes Feld erschaffen werden.
    Ich freue mich sehr auf das Seminar.

    Ganz herzlichen Gruß, in Verbundenheit

    A

  6. Thomas sagt:

    Gut zu wissen, dass im Laufe des Bestandes einer Beziehung eine Diskrepanz bei dem einen Partner zwischen dem Bild vom anderen und seinem tatsächlichen Auftreten entsteht und sich stets vergrößert. Mein Onkel möchte mit meiner Tante Paartherapie besuchen. Er hofft, dass ihm die Therapie hilft, diese Diskrepanz zwischen Vorstellung und Realität zu beseitigen.

  7. Christine sagt:

    Schuld und Scham gehören zu den niedrig schwingenden Frequenzen im menschlichen System, ähnlich wie Kummer, Ärger, Wut, Angst ua… Ich bin überzeugt davon, dass wir alle „Schatten“ und jede „Dunkelheit“ heilen können, wenn wir hinschauen und durchfühlen, was ist. Und somit passiert nicht nur in unserer eigenen Geschichte Heilung, sondern auch in der unserer Ahn*innen und Vorfahr*innen und die Gleichwertig- und würdigkeit von Frau und Mann darf sein.

  8. K sagt:

    Vielen Dank Peter für diese Ausführungen.
    Sehr interessante Gedanken und Hypothesen und nur der kollektive Heilungs-Gedanke gibt der Pandemie einen Sinn. Du hast das wunderbar formuliert und das resoniert bei mir.

  9. Vielen Dank für den Beitrag über Paartherapie. Meine Schwester hat Beziehungsprobleme mit ihrem langjährigen Freund und überlegt, einen Paartherapeuten zurate zu ziehen. Ich werde ihr diesen Beitrag weiterleiten, damit sie eine Entscheidung fällen kann. Interessant, dass die therapeutische Situation erlaubt, einerseits Mitgefühl für den anderen zu entwickeln oder Angst, weil die Kontrolle verloren geht.

  10. Peter sagt:

    Mein Freund hat Probleme in der Ehe aber will noch nicht aufgeben. Es ist interessant zu wissen das 50 % aller Ehen geschieden werden. Ich hoffe  das es alles bei ihm klappt und werde ihm vorschlagen eine Paartherapie zu besuchen. 

  11. An sagt:

    Lieber Peter Hellwig, ich Danke Ihnen für die ausführliche Ausführung unserer ver rückten Zeit. Ich beobachte oft wie gutgläubig intelligente Menschen sind und sich, aus meiner Sicht, täuschen lassen. Alles wird für wahr hingenommen und wenn ich frage, wen sie kennen, der C hätte, kennen sie persönlich keinen oder sie reagieren über, weil alles ganz schlimm war. Wenn ich konkret Nachfrage, was anders war als an einer Grippe, wissen sie es nicht oder es stellt sich heraus dass der Erkrankte ein Risikopatient ist. Einmal ist es mir passiert, als von einem jungen Menschen berichtet wurde, der kurz davor stand ins KH eingewiesen zu werden, dass ich mich bei der Ausführung des Krankheitsbildes schuldig gefühlt habe, weil ich nicht alles glaube was in den Medien berichtet wird. Ich weiß es ja auch nicht genau. Aber, ich habe ein Gefühl, eine Intuition, der ich vertraue.
    Leider kann ich das Video nicht sehen, weil es Privatvideo heißt. Weiß nicht wie das funktioniert.
    Mit den allerbesten Grüßen und bleiben Sie gesund. A

  12. Ulrike sagt:

    Guten Tag, ich selbst bin eher unfreiwillig in diese Situation geraten. Bin durch meine Verlustängste durchgegangen und habe echt gelitten. Dennoch weiß ich, dass es mein Leid ist. Nicht das meines Partners. Ich frage mich ist die Art von Beziehung nicht zum scheitern verurteilt? Hat der andere evtl. Bindungs- Ängste die ich wenn ich mich darauf einlassen unterstütze? Wäre es möglich eine Stunde bei Ihnen zu buchen? Wenn ja, was kostet sie?
    Mit freundlichen Grüßen Ulrike

  13. K sagt:

    Guten Tag, ich finde ihren Beitrag sehr gut.
    Meine Frage: wenn ich mich auf einer Aufstellung in eine Frau verliebe, wie kann ich damit umgehen ?
    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Grüße
    K

  14. Marcus sagt:

    Ich wollte schon immer mehr wissen über Beratung für Paare. Ich denke, das ist etwas, über das jeder mehr wissen sollte. Ich werde diesen Artikel auch mit meinem Onkel teilen. Das interessiert ihn auch.

  15. G sagt:

    Ich kenne nur die Ehetherapie als klassisches Modell. Aber ich hatte keine Ahnung, dass es Beratungen gibt, die extra auf alternative Beziehungsmodelle zugeschnitten sind. Ich denke das wäre für mich und meinen Partner auf jeden Fall interessant.

  16. Josie sagt:

    Ich bin Ihnen sehr dankbar für diese wunderbare Erklärung. Diese hat mir sehr gut geholfen, mich selber zu verstehen.

  17. An sagt:

    Ich habe mich schon vielfach mit dem Thema der Polygamie auseinander gesetzt und tatsächlich zu Zeiten in denen ich versucht war dieses in meiner Partnerschaft zu Nutznießen, darüber nachgedacht ein Buch zu dem Thema zu verfassen welches den bezeichnenden Titel „Die Monogamie in der Polygamie“ erhalten hätte. Damals verfolgte ich den Ansatz das eine jede Frau welche mir Sympathie zu entlocken vermochte lediglich ein Teil des mir inne wohnenden göttlichen Prinzips Weiblichkeit darstellte, welches ich eigentlich liebte. Nachdem nunmehr einige Jahre vergangen sind, und ich selbst ebenso wie meine Partnerin die eine oder andere Exkursion durchlebt haben, stelle ich für mich inzwischen jedoch fragend fest.
    Wozu dann noch eine Partnerschaft?
    Verstehen sie mich bitte nicht falsch doch eines ist mir aufgefallen. Jedesmal wenn wir so daraus gingen um unsere Bedürfnis nach Konsum an anderen zu befriedigen, haben wir in dem jeweiligen Augenblick, die Chance verpasst unsere Beziehung in sofern konstruktiv zu verbessern, das sie uns heimelig und bequem wurde. Denn was sind Sehnsüchte anderes als Ausflüge des Egos welches sich nicht zu helfen vermag den Garten in seiner selbst geschaffenen Welt so zu gestalten das er eine verlässliche, eine nährende Größe darstellen kann?
    Ich persönlich habe zum Beispiel bemerkt, das ich dem Tempel einer gegenseitigen Beziehung so jedesmal Energie entnahm die Potentiell dazu hätte dienen können eigene Unzulänglichkeiten zu überwinden und daran zu wachsen.
    Ich hatte sogar parallel 2 Frauen die von einander wussten, ich konnte aber unmöglich beiden gerecht werden.
    Wären diese so in sich selbst ruhend gewesen, das sie sich lediglich über meinen Besuch gefreut hätten, aber ebenso gleichmütig hingenommen hätten wenn ich gegangen wäre, was hätten diese Treffen dann noch bedeutet? Wäre ich dann nicht mehr und nicht weniger gewesen als ein Swipe auf Tinder? Ein Blatt im Wind ohne Fähigkeit zu echter Bindung?
    Ich fühle mich frei wenn ich meiner Partnerin eine Exklusivität zuspreche und in Offenheit und Verbindlichkeit mit ihr kommuniziere, denn diese Sicherheit schafft Vertrauen. Wenn mir nun eine Frau begegnet auf die ich Lust habe, die eine Sehnsucht in mir schürt. Stellt sich mir persönlich die Frage was ich in meiner Beziehung verbessern kann um eben diese zusammen mit meiner Partnerin oder aber mit mir selbst zu stillen.
    Die unverbindlichkeit von Partnerschaft die heutzutage so groß geschrieben wird ist für mich tatsächlich ein Symptom für eine immer narzisstisch werdendere Gesellschaft, welche sich in seiner Hilflosigkeit so weit von ihrer Natur bzw. ihrem wahren selbst entfernt hat, das sie sich nicht anders zu helfen weiß als Angst vor Verbindlichkeiten zu entwickel und Menschen unbewusst als Egofutter zu missbrauchen um auch morgen wieder fleißig funktionieren zu können.
    Ich möchte hier jedoch zwischen einer gesunden und einer klammernden Eifersucht unterscheiden. Denn die letztere Bedarf tatsächlich einer Heilung. Die gesunde allerdings stellt sich tatsächlich einfach nur realistisch die Frage ob die bestehende Partnerschaft noch einen Sinn macht wenn der Gegenüber aus Angst vor der eigenen Leere und Langeweile, das Wiederbeleben des verhärmten Selbstes durch vermeintlich sexuell tiefe Begegnungen zu erfahren.
    In jedem Falle jedoch denke ich, das die beantwortung solcherlei Fragen, gerade zu solchen Zeiten mit Vorsicht genossen werden sollte.

  18. Hanna sagt:

    Danke für den Beitrag zu Trauerbegleitung. Die Tante einer Bekannten hat große Schwierigkeiten, nach dem Tod ihres Mannes wieder Fuß zu fassen. Ich denke, Trauerbegleitung und nachträgliche Verabschiedung würde ihr gut tun.

  19. Marcus sagt:

    Sehr gut Geschrieben. Ich arbeite auch an mir, und versuche jetzt mehr auf mich zu hören. Was auch gut funktioniert. Ich habe öfters einfach zu Sachen JA gesagt obwohl ich dagegen war.

  20. Rüdiger Otto sagt:

    Wenn vermutlich kollektives Trauma heute in vielen von uns noch gebunden ist – gibt es dann nicht auch umgekehrt die gleichsam begründete Hoffnung, das auch hohe Intelligenz und Soziale Kompetenz alter, untergegangener Völker noch in uns abrufbar schlummern? Ein schöner Gedanke

  21. B sagt:

    Hallo, mein Mann hatte eine Telefonbeziehung die ich heraus bekommen habe. Seid dem telefoniert er nicht mehr ist aber hin und her gerissen. Ich bin dir Nr. 1 und die andere Nr. 2. Und wir sind schon immer zu dritt in dieser Ehe gewesen. In seiner Phantasie. Nur ich kenne diese Frau und sie ist auch verheiratet. Soll er seine Phantasie mit ihr ausleben?

  22. Klaus sagt:

    Bin erst mal begeistert von der Erklärung.
    Wie ist das Verhalten der Frau zu verstehen. Warum erzählt sie ihre neue Verliebtheit so brühwarm ihrem Ehemann ohne die Konsequenz zu erahnen. Ihr müsste doch klar sein das,dass verletzend ist. Eine Trennung durch den Ehemann ist ihr dann wohl auch schon egal oder will sie nur ihren Spaß auf Kosten und mit Erlaubnis des Mannes. Das ein Mann durch so ein plötzlich auftretendes Eheproblem Bauchschmerzen und mehr bekommt ist doch verständlich. Ob das auf die Kindheit zurückzuführen ist……
    Wie sollte ein Mann in der oben beschriebenen Lage reagieren, um sich selbst zu schützen.
    LG Klaus

  23. Jette sagt:

    Wow ich bin begeistert von den vielen Erkenntnissen..mich hat das Thema sehr neugierig gemacht. Ich könnte den ganzen Tag weiterlesen..gibt es ein Buch zu diesem Thema?
    LG Jette

  24. Sebastian sagt:

    Sehr schön zusammengefasst. Ich bin noch auf dem Weg dorthin…