Das Bild vom „Inneren Kind“ beinhaltet folgende Sicht: In jedem von uns lebt ein nicht genügend geliebtes, unversorgtes und unglückliches Kind, dass sich Anerkennung, Annahme und Liebe wünscht. Neben diesem gibt es ein geliebtes, kreatives Kind, welches sich schon ausdrücken kann, welches Frieden in sich spürt, vielleicht nur selten, in bestimmten Umgebungen oder bei bestimmten Menschen.

Dann lebt in mir auch der lieblose erwachsene Anteil, der das ungeliebte Kind nicht annehmen mag, weil es so oft traurig ist oder nörgelt.

Doch auch der liebevolle Anteil lebt bereits in uns, oft nur sehr zurückgezogen, in seltenen Augenblicken auftauchend.

Diesen Anteil zu stärken und damit zu innerem Frieden, Freude, Freiheit und wahrer Liebe zu kommen dient die Arbeit mit dem „inneren Kind“.

Literaturhinweis: „Aussöhnung mit dem inneren Kind“, Chopich und Paul

Es liegt mein Kind, es ist gerade 8 Monate alt, in seinem Bettchen und weint. Was kann ich tun? Soll ich es anschreien und ihm sagen, dass es gewaschen ist und zu essen bekommen hat und das es jetzt den Mund halten soll? Welche Mutter oder welcher Vater würde so mit seinem Säugling oder Kleinkind umgehen?

Doch nur jemand, der sich selbst gerade nicht versorgt oder geliebt fühlt, oder?

Die Liebe gibt dem Kind Trost, hält es und bleibt bis es ruhig wird. Die Liebe will die Gefühle des anderen nicht wegmachen, sie fühlt mit und fühlt sich durch Trauer und Hilflosigkeit von anderen nicht selbst bedroht. Der Mensch, der liebevoll mit sich selbst umgehen kann, spürt Mitgefühl auch mit anderen.

Zur Vertiefung siehe auch: Inneres Kind – innerer Erwachsener

und

Link zu einem Vortrag von Prof. Dr. Franz Ruppert, der die Gesamtthematik sehr gut in knapp 50 Min. zusammengefasst hat.