Die Vorstellung, dass wir in dieser Welt sind, um (nur) äußeren Reichtum anzuhäufen, führt bei vielen Menschen, die dieses geschafft haben, zur (weiteren) Unzufriedenheit. Das Streben nach persönlicher Vervollkommnung liegt in unserer tiefsten Natur verankert. Wie sehr, erkennt man leicht durch die Beobachtung von Kindern, die unermüdlich kreativ oder Vorbildern folgend lernen und wachsen. Viele Menschen glauben, dass der Wachstumsprozess nach der Schule, nach der Ausbildung oder später abgeschlossen sei. Ich möchte mich gern Ken Wilber , einem der bedeutendsten lebenden Philosophen, anschließen, der von der nie endenden Entwicklung der Persönlichkeit und darüber hinaus, der Spiritualität ausgeht.

In Wirklichkeit müssen wir gar nicht wachsen. Wir müssen uns nicht  verändern! Wir müssen nur erkennen, wer oder was wir schon sind. (frei nach Eckhard Tolle)

Ein besonders gelungenes Buch zum Thema kam 2009 auf den Markt: „Das Leben hat keinen Rückwärtsgang“ von Wilfried Nelles. Die Thematik des persönlichen Wachstums habe ich bisher selten so schön aus dem Leben heraus beschrieben gefunden.

Persönlichkeitswachstum und Bewusstseinswachstum gehen idealer Weise Hand in Hand. Je weiter wir im Bewusstsein wachsen, desto mehr erkennen wir, dass das Persönliche in uns weicher, weniger rechthaberisch wird. Oft erkennen wir in uns Widersprüche. Und das ist in Ordnung so, denn das, was wir „ich“ nennen ist lediglich die Summe unserer Erfahrungen. Und wir machen fast täglich widersprüchliche Erfahrungen.

Dazu kommen noch unsere kollektiven Erfahrungen unserer Kultur und Gesellschaft, die wir assimiliert haben. Wenn wir von einer Metaebene ein wenig von außerhalb auf uns schauen, erkennen wir auch die sich daraus ergebene innere Unfreiheit. Da wir unsere individuelle Biographie äußerlich nicht ändern können und ebenso wenig unsere Kultur, haben wir nur die Möglichkeit ihnen zuzustimmen, was oft einen intensiven Persönlichkeitsentwicklungsprozess voraussetzt. – Dann können  wir darüber hinaus gehen: „Ja, an diesem und jenem Punkt war meine Kindheit, meine Jugend oder meine frühe Erwachsenenzeit bedroht, schwierig, ohne Liebe. Ich wurde möglicherweise geschädigt, misshandelt oder missbraucht. Das sind die Tatsachen. Und ich bin bereit, mich damit anzunehmen, mit allem was mich ausmacht!“

Wenn Sie diesen Schritt in der Tiefe Ihres Seins wirklich gemacht haben, kann echte Freiheit, Freude, Beziehung entstehen.

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