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Dazu ein Vorwort. Natürlich möchte ich mit meinen folgenden Ausführungen keine allgemeine Gebrauchsanweisung für Psychopharmaka geben. Ich bin kein Mediziner und kein Apotheker. Ich bin jemand, der sich darüber Gedanken gemacht hat, wie der Mensch „funktioniert“. Mit den folgenden Ausführungen sage ich nicht, dass es nicht sinnvoll sein kann, dass eine oder andere Mittel einzunehmen, je nach Situation und Zustand. Und sicherlich ist es auf dieser Ebene besser, weil weniger schädlich, z. Bsp. der Homöopathie chemisch stärkeren Mitteln den Vorzug zu geben. Wenn ich als Betroffener keine Verantwortung mehr für mich übernehmen kann, sollte ich auf jeden Fall dem ärztlichen Rat folgen.

Therapie mit Psychopharmaka.

Das Problem bei Pp ist folgendes. Der Patient nimmt die Mittel und fühlt sich damit sicherer, vielleicht auch besser. Er bekommt eine Krücke, die ihn tatsächlich oder auch nur scheinbar unterstützt, im Prozess weiterzugehen. Die Krise wird vielleicht dadurch beeinflusst, vielleicht auch nicht. Tatsächlich erfährt der Patient, dass er nicht allein, aus sich heraus, die Krise gemeistert hat, wenn er hindurch gegangen ist. Die Krise ist vorbei und der Patient wird bewusst oder unbewusst bei einer neuen Krise wieder daran zweifeln, ob es jetzt seine eigene, im innewohnende Stärke war, die ihn durch die Krise gebracht hat oder ob es nicht vielleicht doch das Pp. war, welches es gemacht hat, dass er die Krise durchstehen konnte. So bleibt ein Rest an Zweifel an der eigenen Macht über sich selbst.

Und das wird vermutlich über kurz oder lang dazu führen, dass er sie unbewusst erfahren will und er führt eine neue Krise herbei. Der heile Kern im Menschen möchte nicht von Pp. abhängig sein. Es gibt einen Teil im Menschen, der weiß, dass er vollkommen ist, dass nichts von außen ihn vollständiger, vollkommener machen kann. Wenn der Mensch das aber nicht erlebt, wird er immer wieder danach streben, dieses zu erfahren. Wenn er also nicht die Erfahrung macht, dass er Kraft seines eigenen Potenzials durch jede Krise gehen kann, wird er sich immer noch nicht vollständig fühlen.

Dabei ist es meistens kein Problem, wenn jemand von außen den Menschen begleitet, indem er ihm die Verantwortung für sein tun überlässt, ihm aber auch immer wieder deutlich macht, was jetzt tatsächlich ist. Tatsächlich, objektiv von außen betrachtet, besteht durch die scheinbar aktuell erlebte Angst keine Bedrohung an Körper oder Psyche. Kann er das jetzt erkennen? Dann erkennt er auch, dass die Angst von einem Teil in ihm in diesem Augenblick selbst produziert wird. Und dann kann er sich auch für die wirkliche Wahrnehmung der Umgebungssituation entscheiden, in der es keine Bedrohung gibt und die es auch nicht sinnvoll erscheinen lässt, in Angst oder Panik zu sein.

Wenn er diesen Blickwinkel einnehmen kann, ist er nicht mehr mit dem inneren Kind identifiziert, welches die Ängste aus vergangenen Tagen reproduziert und es gibt einen inneren liebevollen Erwachsenen, der sich jetzt um den Teil in ihm, der sich durch das Denken bedroht fühlt, kümmern kann.

Was sind Psychopharmaka?

Alles was dazu führt, den Schmerz, die Trauer, die Ungeduld, die Langeweile, den Hass, die Müdigkeit, die Leere, den Mangel, die Einsamkeit, die Selbstauf- oder Abwertung zu verringern und dazu von außen benötigt wird, bezeichne ich hier als Psychopharmakon.

Das können z. Bsp. sein: Süßigkeiten, essen müssen, Alkohol, Sport, alle Arten von Medikamenten, auch homöopathische oder andere alternative Formen, Spielen, Internet, abwaschen und reinigen, etwas tun müssen, in die Natur rennen, rauchen, fernsehen, lesen, Besuche von Menschen, Seminaren und anderen Veranstaltungen und vieles mehr.

Wir sehen, dass in diesem Sinne alles zum Psychopharmakon werden kann. Es gilt also sich Zeit zu nehmen und genau in sich hineinzuspüren, um zu erkennen, ob man mit sich selbst ehrlich ist oder vor seinem Gefühl wegläuft.

Dabei geht es bei den meisten Menschen zuerst einmal nur darum, zu beobachten, was sie machen, denn die innere Möglichkeit dieses Verhalten zu ändern besteht erst dann, wenn sie die Situation genau erkennen. Wenn sie allerdings feststellen, dass es mit ihrer allgemeinen Unzufriedenheit und dem Gefühl im Mangel zu sein und ihren Kompensationen durch oben beschriebene Mittel, einen Zusammenhang gibt, werden sie zunehmend mehr bereit sein, ihr Tun in frage zu stellen.

Peter Hellwig, Febr. 06

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