In den letzten 22 Jahren habe ich im Bereich von Persönlichkeits- und Bewusstseinsentwicklung sehr tiefe und vielfältige Erfahrungen gesammelt. Mit Klientinnen und Klienten, Kollegen und mit vielen Seminarteilnehmern in Ausbildung- und  Jahresgruppen sind viele Prinzipien von menschlichen Verletzungen und deren Folgen zum Vorschein gekommen. Mit jeder neuen Erkenntnis im Bereich von zwischenmenschlichen Beziehungen forsche ich nach den Gemeinsamkeiten. Diese Erfahrungen will ich gern weiter geben. Natürlich auch an Multiplikatoren, an Menschen also, die ihrerseits auch mit Menschen arbeiten.

Warum Gruppenarbeit?

Als allererste Antwort diese: Alle Probleme, die wir haben, sind Beziehungsprobleme! Andere Probleme gibt es meines Erachtens nicht.

Und wie löst man Beziehungsprobleme? – Indem man seine Themen in einer achtsamen und reifen Umgebung in Beziehung bringt. Beziehungsprobleme kann man niemals allein lösen.

Gruppenprozesse beschleunigen die Therapiefortschritte einzelner Menschen und von Paaren besonders nachhaltig.

Wieso ist das so? – Weil eine Gruppe mehr Vielfalt bietet, als sie ein Therapeut anbieten kann.

Als Therapeut bin ich nur ein Mensch mit meinen eigenen Perspektiven auf die Welt. Wenn eine therapeutische Gruppe aus z. B. 6 Leuten besteht, besteht für jeden Teilnehmer die Möglichkeit, sich selbst durch 7 verschiedene Brillen betrachtet zu sehen. Durch die eigene und durch 6 andere; der Therapeut kommt hinzu. Eine Gruppe bietet also die Möglichkeit, deutlich mehr Anteile und Bereiche von sich selbst gespiegelt zu sehen. Es werden mehr individuelle Aspekte unseres Selbst sichtbar und können so einen weiteren Reifungsprozess ermöglichen.

Jede Therapie ist in erster Linie ein Vertrauensbildungsprozess. Wachsendes Vertrauen heißt, wir fühlen uns sicherer, folgen nicht mehr so sehr der konventionellen Meinung oder dem inneren Schutz- und Abwehrreflex, sondern mehr der erwachseneren Bewusstheit in uns. (siehe dazu auch: Link zum Traumavortrag von Peter Hellwig). Es entsteht mehr Unabhängigkeit. Und von da aus können wir natürlich auch wieder den Konventionen folgen, wenn diese zufällig mit unserer Meinung übereinstimmen.

Gruppentherapieteilnehmer wissen, dass die meisten Menschen sehr ähnliche Probleme haben und dass es deshalb wahrscheinlich auch nicht sinnvoll ist, diese vor anderen Menschen zu verheimlichen. Insbesondere nicht in einem geschützten, sicheren therapeutischen Raum.

In meinem eigenen Leben habe ich eine Menge gruppentherapeutische Seminare besucht. Immer wieder stellte ich fest, dass es in der Gruppe immer auch Leute gibt, die Verständnis für mich hatten, selbst wenn ich mich gerade nicht gruppenkonform verhielt. Mir zeigte das, dass eine Gruppe oft mehr Sicherheit bietet, als eine einzelne Person.

Von der Veranlagung her sind wir soziale Wesen, Gruppenwesen. Wir könnten nicht ohne Menschen um uns herum aufwachsen und uns entwickeln. Häufig sind unsere Probleme gerade in dieser Zeit, in der Kindheit, entstanden. Es begegnen uns dann im Laufe unseres Lebens immer wieder ähnliche Themen – oder das gleiche Thema mit genau umgekehrter Polarität. Beispiel: Manchmal bekomme ich zu wenig Nähe von mir lieben Menschen und dann beim nächsten Mal mit einem neuen Partner ist mir die angebotene Nähe viel zu viel.

Welche Vorteile bietet die Gruppentherapie gegenüber der Einzeltherapie?

– Gruppe erlaubt den Raum zu beobachten, ohne selbst im Fokus zu stehen.

– Sie bietet die Möglichkeit als Beobachter mitzulernen.

– Wir erkennen, dass unsere Probleme oft nicht nur individuell sind und können so andere Lösungsmöglichkeiten entdecken.

– Sie bietet die Möglichkeit, schneller zu lernen, effektiver sich selbst und seine Muster zu erkennen.

– Als Gruppenteilnehmerin kann ich sehen, wie der Therapeut oder die Therapeutin sich anderen Teilnehmern gegenüber verhält und sich einfühlt. So lerne ich ebenfalls ein tieferes mich Einfühlen in mein Gegenüber und auch in mich selbst.

– Außerdem kann ich die Hingabe des Therapeuten an die jeweilige Situation besser erkennen, als wenn ich selbst im Fokus stehe. Günstigerweise verstärkt sich das Vertrauen in den Begleiter, was mir selbst mehr Möglichkeiten eröffnet.

– Ich kann meinen Schmerz mit anderen teilen und sie mit mir. Geteiltes Leid ist halbes Leid.

– Wir haben die Möglichkeit, anderen Rückmeldungen zu geben und selbst welche zu bekommen. So erweitert sich das Spektrum von Feedback enorm. Durch Feedback oder Resonanz mit anderen können wir uns an bestimmten Stellen leichter erkennen und ggfls. in Frage stellen.

– Durch andere Teilnehmer ist es oft leichter, Muster und Schwierigkeiten sichtbar zu machen, z. B. durch kleine Aufstellungen.

– Je mehr Menschen sich für höhere Bewusstseinsperspektiven öffnen, desto höher sind das Gruppenbewusstsein und die Gruppenintelligenz, welche uns zur Verfügung stehen.

– Für manche Leute ist sicherlich auch folgender Aspekt wichtig: Die Kosten. Denn die Gruppenarbeit ermöglicht deutlich mehr Zeit in einem höheren Bewusstseinsspektrum zu verweilen, bei geringeren Kosten als in der Einzelarbeit.

Die laufenden Therapiegruppen treffen sich 14-tägig für 3 Stunden, bisher dienstags und mittwochs. Außerdem treffen sich Kleingruppen privat in der Woche dazwischen. In den Gruppen sind höchstens 6 Leute.